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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
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Tagebücher252 lothringen der königlichen Würde entsetzt und kossuth zum verantwort- lichen Präsidenten ernannt!!1 damit hat er sich selber den hals gebrochen. übrigens werden über die zahllosen in ungarn begangenen fehler immer mehr détails kund und erwecken immer mehr Ankläger gegen das ministe- rium, selbst neutrale Blätter wie z.B. die Presse sprechen von ministerial- veränderungen, an die aber demungeachtet nicht zu denken ist. indessen stadion noch immer nerven- und, wie viele sagen, geisteskrank in Baden, in einem momente wie dieser eine verlegenheit mehr. in deutschland scheinen die dinge jetzt zum Bruche zu kommen. Preu- ßen hat nun rund heraus erklärt, daß es die frankfurter verfassung und die darin enthaltene kaiserwürde nicht annehme, es hoffe, daß die na- tionalversammlung sich zu einer 3. lesung bequeme und sich bey dieser gelegenheit mit den einzelregierungen vereinbaren werde, für den (wie es selbst sagt, wahrscheinlichen) fall aber, daß die nationalversammlung darauf nicht eingehen sollte, ladet es sämmtliche regierungen ein, Bevoll- mächtigte nach Berlin zu senden, um auf der Basis der frankfurter ver- fassung eine reichsconstitution auszuarbeiten, welche an einem starken Bundesstaate mit einheitlicher spitze (!), einem volks- und staatenhause festhalten, die allzu unitarischen und radicalen Bestimmungen der frank- furter verfassung aber ausmerzen solle. Auf grundlage derselben solle dann der erste deutsche reichstag berufen und diesem die revision über- lassen werden.2 dabey kann natürlich oesterreich ebensowenig sich betheiligen als an der frankfurter verfassung, und Preußen handelt wieder sehr geschickt in taking the lead. Also doch eine octroyirung, wenn sie zu stande kömmt 1 der am 14. April 1849 gefasste Beschluss über die Absetzung des hauses habsburg-loth- ringen war erst am 2. Mai, einen Tag nach dem offiziellen Ersuchen um russische militäri- sche intervention, in Wien bekannt geworden. 2 in der preußischen note vom 28. April 1849 hieß es, „daß die nationalversammlung auf den von uns dargebotenen Wunsch der verständigung nicht eingegangen war.“ Zur Annahme von verfassung und kaiserwürde hätte „der Weg des rechtes und des friedens, der con- sequenz und der treue“ verlassen werden müssen. da daher aufgrund der Weigerung, die verfassung mit den regierungen zu verhandeln, die vorbedingungen für eine Annahme der Kaiserwürde fehlten, hätte sich der König „in ernster Erwägung der Pflichten, welche ihm gegen deutschland und gegen sein eigenes land obliegen, sowie der verantwortlich- keit, welche auf ihm persönlich dabei ruhen würde,“ dazu entschlossen, „die auf grund der in frankfurt beschlossenen verfassung ihm dargebotene kaiserwürde abzulehnen.“ Jeden- falls sollte die Nationalversammlung einer Modifikation im Verhandlungsweg zustimmen, da die jetzige verfassung „sich nur durch gewalt, auf dem Wege des krieges oder der revo- lutionen, würde ins Leben führen lassen; eine Aufgabe, welche die Nationalversammlung sich so wenig stellen wird, wie irgend ein deutscher fürst es thun könnte.“ gleichzeitig wurden die deutschen regierungen, einschließlich österreichs, in einer Zirkulardepesche aufgefordert, in Berlin über eine neue verfassung zu konferieren.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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