Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 432 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 432 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II

Bild der Seite - 432 -

Bild der Seite - 432 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II

Text der Seite - 432 -

Tagebücher432 sichten kenne) die idee des centralstaates gegenüber dem ewig nachgeben- den, jeden tag seine Ansicht nach der opportunität wechselnden hundsfott Bach verficht, nach wieder Anderen die Amnestie für die Prager verurtheil- ten, lauter Buben von 18–22 Jahren, die er beantragte, und welche natürlich der gütige monarch mit entrüstung abwies. Als seinen nachfolger werden 2 große männer: dr. Burger und dr. lasser genannt.1 Wäre mein in Wien ge- lassener Jäger nicht zum militär abgestellt worden, so könnte er als dritter candidat auftreten. dieses sind die größen unserer Zeit! man verliert zwar an schmerling nicht viel, und er selbst wird sich, nach- dem er schon so vieles ertragen und gutgeheißen, durch seinen jetzigen rücktritt auch nicht viel helfen, doch war es wenigstens ein ehrlicher mann, quant à moi verliere ich in ihm den hebel, welchen ich bisher im ministerium besaß, doch hat das nicht viel auf sich, da ich glaube, daß nun, da die Breche geschossen ist, auch noch mehrere Andere, vor Allen Bach, bald nachpurzeln werden, und deßwegen freue ich mich beynahe über dieses ereigniß. Zusam- mengehalten mit der creirung des reichsrathes, mit der rückkehr schwar- zenbergs aus dresden und dem, was bisher von dort verlautet, und mit meh- reren anderen gerüchten, scheint mir dieses ein vorbote einer kräftigeren reaction als bisher. Würde diese vernünftig, in meinem sinne durchgeführt, so wäre mir dieses ganz recht, und auch meine Zeit würde bald wieder kom- men, aber ich zweifle sehr daran, die kindische leidenschaft des kaisers und die camarilla, die erst seit 2 Jahren ein wahres Wort geworden ist, werden dieß verhindern. so hat z.B. der kaiser allen offizieren verbothen, den sit- zungen der schwurgerichte beyzuwohnen! Aber immerhin, jede Bewegung ist mir erwünscht, denn sie bringt die entwicklung näher. schwarzenberg steht fester als je, couvert de ses triomphes de dresde, schreibt man mir, damit ists aber auch eine eigene sache, erstlich weiß man 1 der Wechsel im Justizministerium wurde am 24.1.1851 in der Wiener Zeitung publiziert, schmerlings nachfolger wurde frh. karl v. krauss, vizepräsident des obersten gerichts- hofs und Bruder des finanzministers. eine neuregelung der Bestimmungen für die her- ausgabe periodischer druckschriften erfolgte erst mit kaiserlicher verordnung v. 6.7.1851. dadurch erhielten die statthalter die Befugnis, Zeitschriften nach zweimaliger verwar- nung für drei monate einzustellen, wenn sie „beharrlich eine dem throne, der einheit und der integrität des reiches, der religion, der sittlichkeit oder überhaupt den grundlagen der staatsgesellschaft feindselige oder mit der Aufrechterhaltung der öffentlichen ruhe und ordnung unvereinbare richtung“ verfolgten, wogegen ein einspruch keine aufschie- bende Wirkung besaß. Am 31.12.1850 und 7.1.1851 erhielten in Prag von einem militär- gericht in geheimen verfahren 29 wegen hochverrats Angeklagte, großteils schüler und studenten, hohe haftstrafen und elf die todesstrafe, wobei diese in 15 bis 20 Jahre kerker umgewandelt wurde. sie waren als mitglieder der sog. „maiverschwörung“ 1849 verhaftet worden. Weitere verfahren in diesem Zusammenhang, zum teil ebenfalls mit todesurtei- len, fanden bis 1854 statt.
zurück zum  Buch „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“