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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 506 -
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Tagebücher506 der Ausspruch des Pabstes oder des von ihm ad hoc delegirten Bischofs von raab in letzter instanz erfolgt. sie wird nun den unglücklichen feri gyulai zum Altare schleppen. es ist eine niederlage für den katholizismus und die katholische Partey. [Wien] 7. november mit diesem monathe zugleich ist ganz plötzlich der Winter hereingebro- chen, durch ein paar tage hatten wir strömenden regen, in folge dessen man schon von nahe und fern von überschwemmungen etc. hört, gestern fiel ziemlich starker Schnee, der zwar jetzt schon verschwunden ist, für mich aber der erste, den ich seit märz 1850 gesehen, ein unangenehmes Wiedersehen. Alicia Wilkinson sollte vor ein paar tagen hier ankommen, jedoch kömmt sie erst übermorgen, um 1–2 tage hier zu verweilen. nachher will ich ein paar Jagdausflüge machen, zu Breuner, nach Lösch etc., um meine Zeit todtzuschlagen, im übrigen lebe ich so langweilig und gelangweilt wie bis- her. großfürst constantin ist seit 8 tagen hier und geht mit seiner frau für den Winter nach venedig. der kaiser kam vorgestern aus gallizien zurück. ob nun etwas losgehen wird? vedremo. der neue Zolltariff soll dann end- lich doch, und zwar sehr bald, publicirt werden,1 die valuta- und coursver- hältnisse werden immer schlechter. silber steht wieder auf 25–26, london 12 fl 30 kr sehr natürlich. Ich sprach neulich Krauss wegen der Görzer In- vasionsschulden und fand ihn so rosenfarb wie je, ich fange an zu glauben, daß der mann ein trottel ist. in frankreich compliciren sich die dinge immer mehr, der Präsident mit der Assemblée gefallen, daher jedenfalls noch weniger chancen für seine Wiedererwählung. in deutschland completer stillstand, Bundestag und regierungen feyern, wie mir scheint, brütet Alles und denkt an 1852. nichts haben die großen diplomaten während der 3 Jahre, die ihnen ge- geben waren, bereiniget, nicht einmal die holsteinische frage. in england dauert der kossuthrausch fort, der kerl benimmt sich sehr geschickt und scheint eher terrain zu gewinnen als zu verlieren. koller ist hier, Buol reist gezwungen!2 1 der neue Zolltarif trat mit 1.2.1852 in kraft, das entsprechende kaiserliche Patent v. 6.11.1851 wurde am 25. november im reichsgesetzblatt veröffentlicht. 2 lajos kossuth traf nach seiner entlassung aus der türkischen internierung auf einem us-amerikanischen schiff am 23.10.1851 in southampton ein und wurde während seines Aufenthalts in england enthusiastisch gefeiert. für die Zeit der Anwesenheit kossuths verließ graf karl ferdinand Buol-schauenstein, der erst seit Juli 1851 als gesandter in London war, England, um offiziell Familienangelegenheiten in Brüssel und Paris zu regeln.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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