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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 512 -
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Tagebücher512 rufung in den conseil consultatif auf die herbste Weise abgelehnt. es muß ein Prätorianerregiment werden, welches zum auswärtigen kriege und in dessen folge zu l. napoléons sturze führen wird, es müßte denn plötzlich der schwachkopf sich als großer mann zeigen. hier ist man nunmehr ganz entschieden napoleonisch, während man, so- lange der straßenkampf noch unentschieden war, nicht recht wußte, sollte man tadeln oder billigen, ich denke, oesterreich hat gar keine ursache, sich über l. napoléons etwaigen sieg zu freuen. soviel scheint mir jetzt ausgemacht, daß das Jahr 1852 uns vieles, vielleicht mehr als das Jahr 1848 bringen wird. vor 14 tagen noch glaubte ich, daß es ohne bedeutende störung vorübergehen werde. unter diesen umständen ist die unschlüssigkeit, in der ich mich rück- sichtlich meiner reise- und Winterprojekte befand, noch vermehrt worden, und wie es immer geht, finde ich, jemehr ich darüber nachdenke, desto mehr schwierigkeiten auf beyden seiten. hier bleiben will ich nicht, obwohl ich nicht sagen kann, daß mir meine jetzige existenz (so einförmig sie auch ist) geradezu langweilig oder unangenehm wäre, jedoch schreckt mich die Per- spective eines sechsmonathlichen einerley, dazu ist meine stellung zum hofe und zur gesellschaft wenn auch bedeutend gebessert, doch noch nicht so, wie ich sie wünsche, fordere und, wie ich glaube, ein recht zu fordern habe. Andererseits ist die Jahreszeit zu weit vorgerückt, die Wege schlecht und ein eilwagen ein entsetzliches ding, lauter gründe dagegen, mich tief nach italien hineinzuwagen, von wo nebstdem die heimkehr schwierig und lang ist. Wo aber sonst hin? Paris ist verdorben, ich denke an Belgien, Brüssel etc., wohin ich (recte nach namur) von Auguste [horrocks] geladen werde, etc. Enfin, ich bin wie der Esel zwischen den Heubündeln. im übrigen ist wie gesagt mein leben hier passabel und erträglicher als seit lange. meine kathi [güttersberger] amusirt mich und hat eine menge eigenschaften, die mich anziehen und fesseln. An das theater- und casi- noleben habe ich mich auch nach und nach mehr gewöhnt. Auch henriette todesco, welche ich seit 1 1/2 Jahren fast ganz vergessen hatte, habe ich jetzt ein paarmahl wieder gesehen, und es ist wenigstens eine lebhafte an- genehme frau. vorgestern war ich beym kaiser, um wieder einmahl und zwar bey eröff- nung der Wintersaison meine Aufwartung zu machen. er fragte mich über Paris etc., zum schlusse erwähnte ich in ein paar Worten: ich hoffe, seine majestät würden mich nicht mehr zu lange spatzieren gehen lassen, worauf er mit einer Phrase erwiederte, das war Alles, was ich wollte. über den Pariservorfällen hat man jetzt die eigenen Angelegenheiten ei- nigermaßen aus den Augen verloren, die geldverhältnisse sind immer die- selben, im übrigen die nämliche stagnation, mit ungarn nichts entschie-
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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