Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 543 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 543 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II

Bild der Seite - 543 -

Bild der Seite - 543 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II

Text der Seite - 543 -

54319. März 1852 in ungarn gehen die dinge ebenfalls immer schlechter. geringer soll zwar nicht mehr dahin gehen, jedoch an seine stelle ein anderer seines Zeichens. das statut ist noch immer in die ferne hinausgerückt. mir scheint, daß die antidynastische gesinnung in diesem lande immer mehr überhand nimmt, und daß selbst die altconservativen ungarn nach und nach aufhören, die loyale komödie zu spielen, welche sie seit 1849 mit großer geschicklichkeit und wenig erfolg gespielt haben. trotz dessen will der kaiser im may dahin reisen, freylich mehr um ein cavallerielager zu besichtigen. neulich stand in der Allgemeinen Zeitung, die ein ganz misérables sudel- blatt geworden ist, ich hätte einen congress von Adeligen hieher berufen, um um Berufung der alten Provinzialstände zu petitioniren! da ich diese Zeitung nicht lese, machte mich Becher erst darauf aufmerksam, und ich sandte gestern an kolb eine ziemlich spitzige erwiderung, die er hoffentlich aufnehmen wird.1 da, wie mir Becher sagte, jener Artikel aus dem ministe- rium des inneren stammt, so werde ich vielleicht zu schwarzenberg gehen pour demander raison, ich sage vielleicht, denn ich habe keine große lust, mich unter diese leute zu mischen. Bach ist ein meisterstück von unverschämter niederträchtigkeit und läßt sich von schwarzenberg überall hin eindrängen und einbetteln, wo man ihn mit füßen tritt, bey lichtenstein, meyendorf etc. der kerl fängt an mir zu gefallen, er ist ein vollendetes specimen von hundsfötterey. der hauptgegenstand der unterhaltung waren übrigens in diesen tagen die russischen großfürsten, welche am 12. ankamen und bis 26. bleiben, und die ihnen zu ehren gegebenen veranstaltungen und tableaux bey hofe. ich war bey der generalprobe einer dieser vorstellungen, wo ich von einem di- ner bey miska esterhazy auf ein paar stunden hinfuhr. gabrielle und ihr hof sollen, wie es jetzt heißt, am 29. nach ofen ziehen.2 Am tage nach meiner Ankunft war ich den Abend bey ihr, mit gräfinn Bar- koczy und ihrer tochter, welche mir recht gut gefiel. den fürsten leinin- gen, meinen ehemaligen Premier, welcher den Winter hier zubrachte, habe ich neulich gesehen.3 die italienische oper hat vor einigen tagen begon- 1 Allgemeine Zeitung (Augsburg) v. 9.3.1852, Beilage 1099: Wien 4. märz: der österreichi- sche Adel und seine künftige stellung zur gemeinde und Provinz. darin wird über eine angebliche Aufforderung berichtet, die einberufung der alten landstände zu verlangen, „welche von einem kleinen hier versammelt gewesenen kreise von Adeligen dieser gesin- nung, berufen durch Baron Andrian, dem verfasser von ‚oesterreich und seiner Zukunft‘ ausgegangen war.“ Zu Andrians entgegnung vgl. eintrag v. 29.3.1852. 2 Andrians schwester war hofdame bei erzherzogin hildegard, der gattin von erzherzog Albrecht, dem militär- und Zivilgouverneur von ungarn. 3 fürst karl leiningen war vom 6.8.–5.9.1848 deutscher reichsministerpräsident, während Andrian als reichsgesandter in london tätig war.
zurück zum  Buch „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“