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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 613 -
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61321. Jänner 1853 verletzend in der form, so wie es überhaupt die maxime der jetzigen herr- schaft zu seyn scheint, damit nur ja niemand zufrieden oder auch nur gefaßt sey. nun, dieses dürfte ihnen bald in vollem maße geglückt seyn, die leute erziehen das volk ohne es zu wissen und zu wollen – digitus dei est hic. in demselben sinne ist die so eben erschienene organisation von ungarn, wenn man diese so nennen kann, denn es bleibt Alles beym Alten, nur mit dem unterschiede, daß einige Personalveränderungen vorgenommen wer- den, welche noch odioser und barokker sind als früher. Wie das immer geht: nachdem sich alle ehrlichen leute schon längst von der regierung zurückge- zogen haben, kann sie jetzt schon mit den halb ehrlichen nicht mehr gehen, sondern muß tiefer und immer tiefer greifen. übrigens sind die fünf verwal- tungsdistrikte nicht aufgehoben, wie man mir Anfangs gesagt hatte. Auch über die politische und gerichtliche organisation der übrigen län- der sind abermalige grundzüge erschienen, durch welche die sache um nicht viel weiter gebracht wird, das interessanteste darin ist, daß weder von dem gemeindegesetze noch von Bezirks-, kreis-, landesausschüssen ein Wort gesagt ist.1 – – das Ackerbauministerium ist aufgehoben und unter des innere und die finanzen getheilt, da es nichts geleistet hat, ist auch kein schade darum. der ochs thinnfeld ist mit allen ehren pensionirt.2 erzherzog rainer ist gestorben, ein rindvieh weniger auf der Welt, da- durch ist der fasching auf einige Zeit unterbrochen, es gibt viele kranke hier, darunter fritz deym und rechberg, beyde bedenklich, das Wetter ist noch immer warm und schön und trägt die hauptschuld daran, es ist ein beyspielloser Winter. ich habe bis jetzt einige öffentliche Bälle besucht, den Juristenball, der sehr schön war etc., darauf beschränkt sich mein fasching, neulich war auch eine redoute. im übrigen lebe ich ganz ruhig und wie gewöhnlich fort, bin des Abends oft im theater und langweile mich nachher im casino, des mor- gens frühstückt zuweilen maria meixner bey mir, sonst lese ich ziemlich viel etc., habe mir auch zur übung im sprechen einen englischen meister genom- men. gust 1848 zum ministerialrat im innenministerium und im dezember zum statthalter in linz ernannt worden. seit 1851 sektionschef im innenministerium, wurde er Anfang 1853 pensioniert. vgl. seine Autobiographie Aus meinem Amtsleben (Augsburg 1860). 1 diese verordnung v. 19.1.1853 galt für alle kronländer mit Ausnahme ungarns und lom- bardo-venetiens, wobei jedoch für die gerichtsorganisation dalmatiens sonderbestimmun- gen galten. 2 Die Auflösung des Ministeriums für Landeskultur und Bergwesen erfolgte mit kaiserli- chem handschreiben v. 17.1.1853, die Bestimmungen über die Aufteilung seiner kompe- tenzen zwischen innen- und finanzministerium erschienen erst am 2.6.1853.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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