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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
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Tagebücher642 andern: theurung, einschränkungen der höheren stände, politische, polizey- liche, gewerbliche hemmungen, geldmangel, hohe Arbeitslöhne, einströmen fremder Waaren durch herabsetzung der Zölle, mangel an vertrauen, hohe steuern etc., nur dem Bauern, und zwar nur in ungarn, geht es entschieden besser, aber gerade bey diesem herrscht, wie ich höre, der schlimmste geist, weil ihn die vexationen durch gensdarmen und finanzwächter, die compli- cirtere Administration etc. erbittern und er auf realisirung seiner vergra- benen kossuthnoten hofft, dazu wird er durch das plötzliche Aufhören jeder Autorität (die gemeinde ist für ihn keine, und ebensowenig der entfernte und heterogene kaiserliche Beamte) zügellos und demoralisirt, die Anzeichen da- von, namentlich diebstähle etc. sollen schon sehr überhandnehmen. man sieht: aus diesem labyrinthe führt der Beamtenstaat (und wäre er auch noch so gut und intelligent und finanziell erschwinglich) nicht heraus, und doch hat man sich einmahl in diesen festgerannt und wird und kann nicht umkehren. einer der faiseurs und hauptunzufriedenen in Pesth ist Joszi uirmenyi, er führte mich in den tunnel, welcher jetzt durch den ofner Berg gegraben wird, ein unternehmen von sehr zweifelhafter rentabilität. die manie des tischrückens durch elektromagnetischen strom kam plötzlich wie eine Bombe durch einige Artikel der Allgemeinen Zeitung ins Publikum, in Pesth, Wien, überall sprach und spricht man zum theile noch von nichts anderm als von diesen und ähnlichen experimenten. das ein- zige, was ich mit eigenen Augen sah, war bisher in einem Pesther caffeh- hause, wo der tisch, nachdem die kette durch etwa 2 stunden geschlossen worden war, bedeutend zu schwanken anfing. Dabey blieb es aber, von ei- nem eigentlichen rücken, viel weniger laufen, habe ich nichts gesehen. Außer den bereits genannten sah ich in Pesth unter andern die Wenger- skis, Braida, tomy Zobel sammt frau, die dezasse, zwey ganz charmante mädchen, moritz Almásy und seine frau, coloman Almásy, welchen ich auf seinem krankenlager aufsuchte, an das er seit July vorigen Jahres gefes- selt ist, gyuri Almásy, louis orczy, rohan etc., marcel deseöffy. Am 17. früh nach 9 uhr fuhr ich ab, mit einer menge von Bekannten, rudolph lamberg, Janos cziráky, Bela festetics, lászlo huniady etc., und war um 1/4 7 nachmittags hier. das Wetter ist auch hier noch ganz winterlich und schlecht, regen und kälte, man heizt noch immer. ich lese ein äußerst interessantes Buch: das memorandum des grafen solar della margherita, ministers der auswärtigen Angelegenheiten des königes carlo Alberto von 1835 bis 1847.1 1 memorandum storico politico del conte clemente solaro della margarita, ministro e primo
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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