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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 667 -
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6675. August 1853 nachher fuhr ich in das königliche fräuleininstitut, wo ich Amélie und mimi Andrian besuchte, um 1 uhr aß ich bey gustav’s schwestern: Amé- lie reinhard, marie, lulla, meinen alten freundinnen, Augusta war lei- der in kurhessen, ein mir sehr angenehmer frauenkreis, zu dem sich noch Amélies töchter, darunter die älteste schon verheurathet, gesellten. Auch reinhard und einige andere herren waren da. ich blieb sehr lange dort und besuchte dann noch Ferdinand Andrian in der Pagerie, er gefiel mir sehr gut. gustav reiste noch am nämlichen tage ab, nach norden. ich fuhr ebenfalls am selben tage, i.e. gestern, um 1/2 11 Abends per eil- wagen ab, es war eine lange, langweilige, langsame und mühselige fahrt, um 3 uhr nachmittag war ich hier und wohne im goldenen schiff hoch aber gut, diesen Abend bin ich nach hellbronn1 gefahren, wollte im Parke spatzieren gehen, war aber zu schwach dazu und beschränkte mich darauf, caffeh zu trinken. Wien 5. August Am 27. kam ich dazu, woran ich Anfangs nicht gedacht hatte, meinen alten onkel henri muller zu besuchen, welcher darüber große freude hatte. nach langem hin- und herdenken, wie ich auf die bequemste und am wenigsten fatigante Weise nach linz kommen könne, wählte ich, wie gewöhnlich, das schlechteste, nämlich die extrapost (ohne einen eigenen Wagen bey mir zu haben), nach 4 uhr nachmittag fuhr ich ab und bis frankenmarkt, wo ich ge- gen 1/2 9 ankam und in einem ganz passabeln Wirthshause nachtstation hielt. tages darauf am 28. fuhr ich um 7 weiter und war um 11, vom fahren und von der hitze erschöpft, in lambach. das Ärgste aber, wenigstens was hitze, langsamkeit, und langweiligkeit betrifft, war die fahrt von lam- bach nach linz auf der eisenbahn, von 1 uhr bis 5, zu welcher letzteren stunde wir in linz ankamen. ich stieg bey mayereder ab, war aber so ent- setzlich matt, daß ich mich kaum rühren konnte und mich schon um 7 zu Bette legte. Am 29. früh 7 Uhr verließ ich Linz auf dem wirklich magnifiquen Dampf- schiffe germania, ich fühlte mich ziemlich unwohl, namentlich meinen un- terleib derangirt, und blieb denn die ganze fahrt über fortwährend in der kajüte. Als wir gegen 4 uhr, es regnete gerade, in nussdorf ankamen, fand ich weder Wagen noch Bedienten, und als ich nach hause kam, niemanden bey mir vor, ich mußte daher 1 1/2 stunden lang Patiencen spielen etc., bis ich endlich Jemand herbeygetrommelt hatte. tags darauf des morgens kam Wurm, welchen ich hatte rufen lassen, er verwarf grauvogel’s methode, indem für eine innere resorption die ei- 1 richtig schloss hellbrunn im süden salzburgs.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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