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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 685 -
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6859. November 1853 tische, was von Wien aus ein großes unternehmen schien, erscheint hier wie ein katzensprung. ich sah in diesen 2 tagen eine masse Bekannte: Andro venier, möring, Bakesch, giacich, die Pascotinis, cordon (leider ist Wimpffen eben nach Wien gefahren), frau v. göschen, lutterroth, edmund Batthyány, der nach venedig geht, ernst fünfkirchen etc., letzteren bath ich mir gestern von der carolina, auf welcher er eingeschifft ist, aus, um mir bey Empletten behülflich zu seyn,1 doch findet man hier fast Nichts von dem was ich suchte, so daß ich das meiste auf Alexandria oder cairo auf- spare. Abends führte ich ernst fünfkirchen ins theater mauroner zu einer kunstreiterey, vorher hatte ich einen Besuch bey frau v. göschen gemacht, wo ich viele jener Bekannten traf. heute, wo es fortwährend regnete, machte ich viele geschäfte ab. durch gutmannsthal, zu dem mich Bakesch führte, dann durch cordon und Pas- cotini erhalte ich amtliche empfehlungen an die consulate der levante, durch lutterroth, einen der directoren des lloyd, sonstige empfehlungen. Alles ist sehr gefällig und zuvorkommend für mich. dennoch bin ich noch nicht entschlossen, ob ich am 10. abreise oder nicht, der scirocco läßt eine schlimme seereise befürchten, wie mir der capitän des Bombay, den mir lutterroth schickte, sagte, in dem falle würde ich bis zum 27. warten und die Zwischenzeit in venedig etc. zubringen. lieber wäre es mir, ich könnte die sache gleich abmachen. die orientalischen Angelegenheiten neigen sich einem friedlichen ende zu, man spricht von neuen conferenzen in london, dennoch erhält sich der curs noch immer ziemlich hoch, das silber 13° [sic] circa, meine geldpro- visionen werde ich hier machen, also erst im letzten Augenblicke, da eher eine Besserung der curse zu erwarten ist als das gegentheil. im übrigen ist triest geradeso langweilig wie immer, die geschäfte ge- hen schlecht, woran die immer steigende concurrenz hamburgs, welches schon bis laibach concurrirt, die hauptschuld trägt. [triest] 9. november diese Zeilen sind höchst wahrscheinlich die letzten, welche ich in europa in dieses tagebuch schreibe, der Wind hat sich heute geändert und ist in einen leichte Borin umgeschlagen, wenn es daher morgen nicht zu einer sehr argen Bora kömmt, so fahre ich um 4 uhr nachmittags ab und hoffe auf eine wenigstens erträgliche seefahrt. meine sachen sind geordnet, und ich werde mich morgen früh entscheiden. 1 Andrians cousin graf ernst fünfkirchen besuchte die marineakademie (bis 1852 marine- collegium) in triest.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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