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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
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Tagebücher700 leicht mit hinblick auf die möglichkeit, daß die eingeborenen einstmals sich von dem dienste als sepoys1 zurückziehen dürften. gegenwärtig suchen sie diesen noch mit eifer, die ganze indische Armée besteht aus freywilligen. der transit trägt der egyptischen regierung jetzt 8000 £ jährlich, die Peninsular & oriental company hat ihr aber 20.000 als Pachtschilling an- geboten. [am nil zwischen kairo und meidum] 17. dezember heute vormittag hatten wir etwas Wind, konnten daher segel aufspannen, doch dauerte die herrlichkeit nicht lange, und nun stecken wir wieder an einer uferbank, an welche uns die strömung geworfen hat, das geschieht überhaupt jeden Augenblick, und ebensooft bleiben wir an irgend einer sandbank stecken, obwohl der nil jetzt noch sehr hoch ist, es ist merkwür- dig, wie ungeschickt die leute sich bey solcher gelegenheit benehmen. ge- schrieen und gelärmt wird natürlich in einem fort und in jeder Weise Zeit vertändelt, den Werth der Zeit kennt man überhaupt hier zu lande nicht, ein europäer muß sich an geduld gewöhnen. die gegend ist seit gestern sehr einförmig geworden, nichts als enorme wüste flächen zu beyden seiten, hie und da ein Wald von dattelpalmen und zuweilen ein dorf. die Bevölkerung ist hier schöner als bey cairo, sie sind freundlich und scheinen durchaus nicht erstaunt, wenn sie einen Wei- ßen sehen, keine spur von Wildheit, und begehren keinen Bakschisch, wie das in cairo immer und überall geschieht. ich ging gestern einige stunden lang am ufer jagen und schoß einen Zigzag oder crocodilebird, so genannt weil er ein freund der crocodile ist, denen er die Würmer aus den Zähnen frißt. die temperatur wird hier schon merklich wärmer als bey cairo. [am nil vor Beni suef] 20. dezember Wir haben nunmehr die region der Pyramiden verlassen, die ersten tage hatten wir fortwährend die Pyramiden von gizeh, dann die von sakkara und dashur und endlich gestern die sogenannte falsche Pyramide2 im An- gesichte, in fayoum gibt es daran noch nicht weniger als 24, und noch meh- rere sowie eine menge obelisken sollen nach des Padre sabetta3 Aussage in Abyssinien existiren, welche sesostris zugeschrieben werden. dieser seso- stris scheint übrigens eine fabelhafte Person gewesen zu seyn. 1 indische einheimische truppen im dienst der British east india company. 2 die Pyramide von meidum, nicht die auch unter snofru (seneferu) erbaute und ebenfalls als „falsche Pyramide“ bekannte knickpyramide in dahschur. 3 richtig sapèto, vgl. eintrag v. 16.12.1853.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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