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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 708 -
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Tagebücher708 3–4 langen reihen über einander. die Aussicht von oben auf die stadt, den nil und das nilthal ist außerordentlich schön, nichts als grüne blühende felder, Bäume etc., was in Aegypten selten ist. in die stadt zurückgekehrt, ritten wir nach dem katholischen kloster, in welchem 2 franziskaner leben, die aber eben abwesend in einem an- deren katholischen kloster in tahta auf Besuch waren, sie stehen unter oesterreichischem schutze, in der kirche sah ich 2 Altarbilder, welche so- wie die Bilder und rahmen der leidensstationen christi (mit deutschen überschriften) ein geschenk des kaisers sind, sein Porträt, ebenfalls ein geschenk desselben, hängt im kloster. es gibt hier 7 katholische familien und nebstdem 9 coptenfamilien, welche katholisch geworden sind, copten gibt es sehr viele. von da gingen wir nach den Bazaars, um einige kleinigkeiten zu kaufen. gegen 3 uhr waren wir wieder an Bord und begrüßten den eben abfahren- den malzahn mit einer salve. heute früh um 8 uhr fuhren wir ab, mit schwachem jedoch günstigem Winde. im Augenblicke des Abfahrens verloren wir abermals einen mann, und zwar den in monfalut Bestohlenen, welcher nach cairo zurückkehren zu wollen erklärte, was mir allerdings räthselhaft erscheint. Wir haben da- her, obwol wir 4 neue leute an Bord haben, noch immer einen mann zu wenig. [am nil vor ekhmim] 27. dezember Wir sind jetzt gegenüber von ekhmim, dem alten Panopolis, welches dem ägyptischen gotte Priapus oder mendes geweiht war, noch heutzutage schreiben die Bewohner einzelnen steinen und überbleibseln alter tempel eine befruchtende kraft zu. Panopolis war nach herodot der geburtsort der danaë, ihres sohnes Perseus und des danaus. unter den mameluken war es eine bedeutende stadt, jetzt im verfalle, und von bedeutenden ruinen keine spur, wie überall auf diesem klassischen Boden des fabelhaften Al- terthums. Wir haben seit gestern guten, mitunter sogar heftigen Wind gehabt und haben eine bedeutende strecke zurückgelegt, in etwa 29 stunden seit siut circa 66 englische meilen, in der nacht passirten wir die gefährliche stelle des gebel el shekh heredi. das land (ich meine das fruchtbare) ist mitunter recht gut angebaut, freylich nur sehr mitunter, namentlich geschieht für die Bewässerung sehr viel, große und kleine canäle bedecken das ganze nilthal von Alexandria bis hieher, dazu kömmt noch eine unzahl von sakkien,1 meistens zieht sich 1 schöpfräder zum hochpumpen des Wassers.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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