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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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Dieses schnelle und anlassbezogene Erlernen des Musizierens zeigte sich auch an der regulären Ausbildung Bergmanns. Ziel der Ausbildung war  – neben dem Erwerb musikalischer Grundkenntnisse  – der Aufbau eines in vielen Situationen verwendbaren, einfach zu spielenden Repertoires. Für eine so angelegte Ausbildung war es nicht notwendig, sich auf die individuelle und schöpferische Entwicklung zu beziehen. Der/die LehrerIn musste nur über allgemein anerkannte musikalische Kenntnisse verfügen. Dementsprechend beschränkt sich Bergmanns Beschreibung der musikalischen Ausbildung auch auf die Erwähnung eines „sowohl brauchba- ren als auch äußerst billigen Lehrer[s]“ 136 bzw. auf die Anforderung „daheim fleißig zu üben“.137 Die Ausrichtung der Ausbildung auf konkrete Auftritte hin (anstelle der Entwicklung im Sinne einer zukünftigen Karriere) zeigt sich auch an deren Darstellung im Zusammenhang mit bestimmten Anlässen („Schon nach wenigen Monaten brachten wir bei den verschiedensten örtlichen Anlässen eine ganz neue, sehr willkommene Note ins Programm.“ 138). Solche Anlässe (wie die Republikfeier im November 1931) waren Fixpunkte, zu denen musiziert wurde und für die auch ein entsprechendes Programm einstudiert werden musste. Bergmanns Konstruktion seines Musizierens stellte einen Gegenentwurf zur zentralen Referenz von Musizieren als Kunst dar. Seine Erzählung kann dennoch nicht nur als Mangelerzählung  – als Nicht- Künstler- Sein  – gelesen werden. Für die Konstruktion des Land- bzw. Volksmusikers gab es in der untersuchten Periode Vor- bilder abseits des künstlerischen Musizierens, auf die man sich beziehen bzw. deren Begriffe man verwenden konnte.139 Dass die wirkmächtigsten Konstruktionen des Land- bzw. Volksmusikers  / der Land- bzw. Volksmusikerin in der Alpenländischen Musiker- Zeitung bzw. dem Österreichischen Land- und Volksmusiker konservativ- bäuerlich bzw. nationalsozialistisch beeinflusst waren und damit im Gegensatz zu Bergmanns Parteizugehörigkeit standen, schien in diesem Zusammenhang keine große Rolle zu spielen. Bergmanns Charakterisierung seiner Ausbildung, seine Beschreibung der Musikkapellen als Dorfmusik und nicht zuletzt auch seine Erwäh- nung des eigenen „Idealismus“ 140 nahmen allesamt Bezug auf diese Konstruktion. 136 Ebd., 41. 137 Ebd., 56. 138 Ebd., 42. 139 Für eine genauere Darstellung siehe die Einleitung von Kapitel 6. 140 Bergmann, Leben, 55. Vgl. dazu etwa Alpenländische Musiker- Zeitung (1932), Nr.  1, 11: „Darum junge Musiker lernt,  […] seid Idealisten, verwendet Eure freie Zeit zum Studium der Musik“. Kunst erzählen: Exemplarische Lebensgeschichten 141
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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