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stößt,41 ändert nichts an dieser Bezugnahme. Über diesen Zusammenhang lassen
sich allgemein wirkmächtige Institutionen des Untersuchungszeitraums (wie jene
des Lebensberufes) nachvollziehen. Gerade, dass Steidl seine Lebensgeschichte als
Berufsbiografie formulierte, zeigt seinen Anspruch, als beruflich Musizierender und
eben nicht (nur) als Landwirt wahrgenommen zu werden.
6.1 Der Lebensberuf als kontinuierliches und ausschließliches Musizieren
In der Hilfsgrafik 42 zu Beginn dieses Kapitels (Abbildung 19) werden die für die
zweite Dimension überdurchschnittlich wichtigen (d. h. mit überdurchschnittlich
hohem CTR-Wert behafteten) Modalitäten (im Text unterstrichen) dargestellt.43
Anhand der einzelnen Modalitäten (und in weiterer Folge einer Beschreibung der
einzelnen Fälle) lässt sich
– in der Abfolge von den höchsten bis zu den niedrigsten
41 So fragt sich die Entdeckerin seiner Lebensgeschichte: „Was den Landwirt eines 1600 m
hoch gelegenen Hofes bewog, die wesentlichen Vorkommnisse in seinem ‚Leben als Musiker‘
nieder zuschreiben, ist ebenso unbekannt“ (Herrmann- Schneider, Lebenslauf, 51). Das Verfas-
sen des eigenen Lebens als Berufsbiografie wird dann unverständlich, wenn unsere Schemata
von Beruf und Nicht- Beruf nicht zu jenen des/der Erzählenden passen.
42 Vgl. zur Konstruktion der Hilfsgrafik Kapitel 4.
43 Die hier dargestellten Modalitäten bilden 82,6
Prozent der Gesamtvarianz der zweiten Dimen-
sion ab. Abgrenzung Stil keine anderen Arbeiten
("arbeitslos") (Armut/Arbeitslosigkeit)
Auftritt_Ausland1-2
Seiten Ausbildung
(Ausbildung Freude)
(Kosten Ausbildung)
Musiktheorie in Ausbildung
(Widerstand Ausbildung)
(Ausbildung wollen)
Bar/Hotel(andere
Arbeit "Beruf")
"Beruf" (andere Berufsausbildung)
Konzertbesuch Bildung kA
<10 Jahre vor
'38(Dialoge) Dirigieren
(ei maliger Auftritt)
Einstieg A s
ildungGruppe
>5 Jahre (Bezahlung)
Entstehung 1945-1960
Entstehung 1960-1980Enstehung kA Flöte
(Erzählung für Personen)
(Fürsorg ) (Gasthaus) Geschwister kA
(Gitarre)
Herkunft Quelle anderes Musiksammlung Vorarlberg
(Hindernis Kosten)
Bezeichnung nach Instrument
Qualität Instrument gut
Qualität Instrument neutral
(Mangel Kind)
KircheKirchenmusik Klarinette
Klavi
rKomponiere
Ko servatori
"Konzert"
Konzertsaal(a
re Ku t)
Kunstmusik Kuranstalt mechanische Musik Beschäftigung
kein Motiv (Musik + andere Arbeit)
(öffentlicher Raum) Orgel
(Erzählung bearbet t)
(Fotos/Dokumente)
Interview
Erzählung musiziert kA
(Typoskript) <15 Seiten
Aufnahme
(privat musizieren)
("spielte") "Stelle"
"Studium" (Thema Freizeit)
(Thema U terhalt) kein Titel
(Üb )
<1 Monat in Kontext musizieren
(Unterhalt <15 Jahre) Unterricht geben Organisation
Vater kA
(Verein) werden w llen
("wir musizieren")
0,00
0,20
0,40
0,60
0,80
1,00
1,20
1,40
1,60
0,00 0,20 0,40 0,60 0,80 1,00 1,20 1,40 1,60 1,80 2,00
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Über die Produktion von Tönen
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
- Titel
- Über die Produktion von Tönen
- Untertitel
- Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
- Autor
- Georg Schinko
- Ort
- Wien
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20802-0
- Abmessungen
- 15.5 x 23.5 cm
- Seiten
- 310
- Schlagwörter
- Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
- Kategorie
- Kunst und Kultur