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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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Beiträgen zum Bedeutungszusammenhang einer Dimension  – zeigen, wie der Lebens- beruf sowohl durch positiven Bezug darauf als auch durch Abgrenzung davon und Gegenüberstellung mit anderen Arten des Musizierens konstruiert wurde. Sich positiv auf den Lebensberuf zu beziehen, setzte voraus, keine anderen Arbeits- oder Unterhaltstätigkeiten auszuüben. Die Berufsbiografie des Musizie- rens wurde nicht durch andere, berufsfremde Tätigkeiten unterbrochen, sondern blieb lückenlos. Wer andere Tätigkeiten ausübte, geriet in den Verdacht, ‚eigent- lich‘ kein/keine MusikerIn, sondern eben SchusterIn, GastwirtIn, Beamter/Beam- tin (um nur die gängigsten Berufe zu erwähnen) zu sein, der/die daneben etwas musizierte. Im Lebensberuf ging das Angewiesensein auf den mit Musizieren ver- dienten Unterhalt einher mit der persönlichen Bindung an diesen Beruf.44 Schon das Absolvieren einer anderen Berufsausbildung schien fragwürdig: Ausbildung wurde weithin als erster Schritt in einen Beruf hinein gesehen, die Zugehörigkeit zu diesem bereits durch sie begründet. Ein Wechsel der Tätigkeit direkt nach der Ausbildung wurde zwar immer noch als weniger problematisch gesehen als nach jahrelangem Erwerb in einem Beruf, die Praktiken des Lebensberufes zielten aber daraufhin ab, die Einheit von Ausbildung und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen und auch vorzuschreiben: „Auf alle Fälle ist  […] für  […] die Eltern wie für die der Schule entwachsenen Kinder die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe entstanden, sich beizeiten für eine Berufswahl des Kindes zu entscheiden.“ 45 Von den Problemen bei der praktischen Umsetzung dieser Konzeption zeugen etwa die Schriften der in der Berufsberatung Tätigen.46 Die Erzählenden mit stark positivem Bezug auf den Lebensberuf setzten ihn in dieser Hinsicht erfolgreich um: Sie trafen durch ihre Ausbildung die Wahl für den Beruf des Musizierens und blieben dann dabei. In starkem Kontrast dazu stand die Strukturierung der anderen Erzählungen durch andere Unterhaltstätigkeiten.47 Diese anderen Tätigkeiten teilten die Lebens- zeit ein (etwa in Kindheit, Lehrjahre und „richtiges“ Ausüben einer Erwerbstätig- keit). Auch jene, die keinen anderen Lebensberuf vorweisen konnten, sondern viele unterschied liche Unterhaltstätigkeiten aneinanderreihten, strukturierten ihre Erzäh- lung über diese, etwa durch die Einteilung in Kapitel, die mit der Beschreibung dieser 44 Diese persönliche Bindung an den eigenen Beruf, die durchaus moralisch besetzt war, wurde auch explizit eingefordert: „Es wäre daher im Interesse des Berufsartisten angezeigt, bei der Aufnahme neuer Artisten wohl genau zu prüfen, wer es mit diesem, dem Artistenberuf ehr- lich meint, nicht etwa diesen Beruf als Deckmantel ausnützt.“ (Die Varieté- Welt (1923), Nr.  3, 1 – 2, hier 2). 45 Hauck, Berufsberatung, 5 f. 46 Vgl. etwa Ders., 6 f. 47 Dieser Aspekt wird in der zweiten Dimension durch die Modalität Thema Unterhalt dargestellt. Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN KÖLN WEIMAR Einen Lebensberuf haben154
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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