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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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7. DURCH MUSIK EIN FORTKOMMEN FINDEN Die wichtigsten Orientierungen des Musizierens Der systematische Vergleich lebensgeschichtlicher Erzählungen führte zu den in den vorhergehenden Kapiteln besprochenen Dimensionen (sowie eine Vielzahl weniger wichtiger Dimensionen, die aufgrund ihrer geringeren Bedeutung nicht besprochen wurden). Bislang wurden die Bedeutungen der einzelnen Modalitäten (Variablen) bzw. der einzelnen Beobachtungseinheiten (Erzählungen) nur in Bezug auf jeweils eine dieser Dimensionen beschrieben. Im Folgenden werden deren Bedeutungen gleichzeitig sowohl auf die erste als auch auf die zweite Dimension bezogen. Die Kombination der ersten und der zweiten Dimension der multiplen Korrespondenz- analyse ergibt eine Fläche, in der die Positionen der Modalitäten und Beobach- tungseinheiten in Bezug auf die Referenzen der Kunst und des Berufes abgebildet werden (siehe Abbildungen 21 bis 23). Wie die ersten beiden Dimensionen (bzw. deren Hilfsgrafiken) muss auch diese Fläche erst interpretiert werden, um ihren wichtigsten Kontrasten Bedeutungen zuordnen zu können. Die Fläche, um die es in der Kombination der beiden Dimensionen geht, ist dabei nicht als einfache Addi- tion der einzelnen Dimensionsbedeutungen zu verstehen (nach dem Schema Beruf + Kunst = Berufskunst), sondern als Synthese, in der die Praktiken des Erzählens über Musizieren neue Bedeutung erhalten.1 Die primäre Fläche der beiden ersten Dimensionen stellt unterschiedliche Relationen der Institutionen Kunst und Beruf dar. Durch diese Relationen ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, mit und durch Musik ein Fortkommen zu finden. In ihr zeigt sich die Gegenüberstellung kontrastierender Arten und Weisen, mit Musik im Lebensverlauf umzugehen, z. B. durch Musizieren erhalten werden, Musik kontinuierlich ausüben, sie vorantreiben. Die besten Annäherungen an diese kontrastierenden Formen des Musizierens stel- len die ausgezeichneten Richtungen bzw. Orientierungen, d. h. die vom Nullpunkt ausgehenden 45-Grad- Diagonalen, dar. Die legitimste Orientierung des Fortkom- mens  – auch als Dominanz bezeichnet  – stellte das ernsthafte Studium der Musik dar. Weniger legitim waren der populäre Erfolg (Prätention) und das Der- Musik- treu- Bleiben (Skepsis). Über am wenigsten Legitimität verfügte die Orientierung des Musizierens als Gelegenheit, die auch als Dominiertheit bezeichnet wird. Im Fol- genden werden diese Orientierungen und ihre Beziehungen zueinander beschrieben. 1 „Von den eindimensionalen Analysen gelangt man so zu mehrdimensionalen Synthesen“ (Alexander Mejstrik, Kunstmarkt, 181). Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN KÖLN WEIMAR
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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