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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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war Bach, war die unendlich reiche Kammermusik, und so konnte mich eine Arbeit auf die Dauer nicht befriedigen, die zu sehr auf gesellschaftlichen Erfolg eingestellt war.48 Grümmer tauschte sein Solistentum gegen das Musizieren zuerst in einem War- schauer und dann in einem Wiener Konzertorchester ein  – die ersten Tätigkeiten, die von ihm als Stellen, also entsprechend angesehene und abgesicherte Positionen, bezeichnet wurden. Sein Musizieren im Konzertverein Wien bezeichnete er gar als „Lebensstellung“ 49  – die ihn jedoch nicht daran hinderte, sein musikalisches Stu- dium fortzusetzen: „In Wien begann für mich eine glückliche Zeit. Die ersten Jahre widmete ich nur meiner Weiterbildung, ich übte und las viel, denn der Dienst war leicht.“ 50 Er entdeckte ein neues Instrument, die Viola da Gamba. Nach einigen Jah- ren führte sein Musizieren im Orchester zu seiner Berufung an das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde.51 Grümmer studierte nun nicht mehr bloß selbst, sondern begleitete und förderte jetzt auch andere beim Studieren. Seine Lehrtätig- keit führte er später auch an anderen Hochschulen, u. a. in Köln, fort. Grümmer war durchwegs ein ernsthaft Studierender  – von den Anfängen seiner Musikerlaufbahn bis hin zur immer weiter gesteigerten Vertiefung in seine musi- kalische Entwicklung. Seine Entscheidung, das Virtuosentum für eine Orchester- stelle aufzugeben, stand stellvertretend für die Perspektive ernsthaft Studierender auf das Musizieren: Nicht nur der Wunsch nach künstlerischer Entwicklung ist darin zu finden, sondern auch eine Differenzierung, die Musizierende mit posi- tiver Bezugnahme auf andere Orientierungen wohl gar nicht vornehmen hätten können. Während diese (und wohl auch eine breite Öffentlichkeit) Virtuosentum und Orchesterstelle als gleichartig (weil künstlerisch wertvoll, kontinuierlich aus- geübt und materiell abgesichert) gesehen hätten, sah Grümmer Unterschiede, die nur aus der Vorstellung einer stetigen Vertiefung in die Musik  – im Gegensatz zur „oberflächlichen“ Effekthascherei des Virtuosentums  – Sinn machten. Mit die- ser Differen zierung machte Grümmer zusammen mit den anderen beschriebenen Erzählpraktiken seine Orientierung klar. 48 Ebd., 52. 49 Ebd. 50 Ebd., 56. 51 Ebd. Das ernsthafte Studium der Musik: Dominanz 189
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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