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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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einer außermusikalischen (wie im populären Erfolg) war nicht gegeben, Kontinui- tät war wichtiger. Am Ende zählte weniger, wie gut oder bekannt man war, sondern wie durchgängig man musiziert hatte. Diese Vorstellungen widersprachen durchaus beruflichen Praktiken in anderen Tätigkeiten, wo die Vorstellung und Umsetzung von Karriere und Laufbahn, d. h. von kontinuierlichem Aufstieg durch eine Tätig- keit, wichtig waren. 7.3.1 Skepsis erzählen: Clemens Mihatsch hat eine Musikerlaufbahn Die Positionierung als jemand, der/die der Musik treu blieb, fand über ein Ensemble von Praktiken statt. Im Folgenden soll exemplarisch dafür die Lebensgeschichte von Clemens Mihatsch beschrieben werden. Diese nimmt unter jenen Lebensgeschichten, die überdurchschnittlich gut durch die primäre Fläche der Korrespondenzanalyse erklärt werden,99 die in der Orientierung des Der- Musik- treu- Bleibens am extrems- ten ausgerichtete Position ein. Sie repräsentiert daher am besten die Orientierung von jenen, die der Musik treu blieben. Mihatschs Lebensgeschichte, deren Entste- hungsdatum unbekannt ist, wurde für die Musiksammlung des Landesarchivs Vor- arlberg verfasst. Unter dem Titel „Curriculum Vitae“ wurden auf zwei Seiten die wichtigsten musikalischen Stationen seines Lebens kurz beschrieben. Clemens Mihatsch wurde 1907 in Wien geboren. Sein Vater war höherer Beam- ter im Kriegsministerium, seine Mutter erteilte ihm den ersten Klavierunterricht. Er musizierte und dirigierte zuerst vorwiegend innerhalb Österreichs, später auch in vielen anderen Städten Europas. Schon die Tatsache, dass hier eine Organisa- tion des Musikwesens  – die Vorarlberger Musiksammlung  – die Erstellung einer Lebensgeschichte erbat, verdeutlicht die Anforderungen an diese. Es sollte darum gehen, den Platz des Erzählers in der Vorarlberger Musikgeschichte zu zeigen. Dazu geeignet war der musikalische Werdegang, vor allem der Nachweis, dass lange und oft musiziert wurde. Der Lebenslauf musste ein musikalischer sein. Er sollte auch gleichsam öffentlichen Charakter haben  – nicht Gefühle und private Verhältnisse des Verfassers waren darin gefragt, sondern nur jene Tätigkeiten und Kategorien, die seiner Identifizierung im öffentlichen Leben (als Angehöriger eines bestimmten Berufes, als Musiker in Ausbildung etc.) dienten. So wurde etwa über Mihatschs Eltern nur festgehalten, dass der Vater ein höherer Beamter im Kriegs- ministerium war und die Mutter ihm den ersten Instrumentalunterricht erteilt hatte. Auch seine Schulzeit wurde nur in ihrer Bedeutung für die weitere musi- kalische Karriere beschrieben: „Nach Eintritt in die Schule fiel meine stimmliche 99 Die primäre Fläche erklärt 26,2  Prozent (cos2) der Erzählung. Der Musik treu bleiben: Skepsis 209
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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