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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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Gelegenheitsmusizierende beschrieben eine Vielzahl von Unterhaltstätigkeiten.114 Dabei handelte es sich um ein breites Spektrum an Tätigkeiten: Von Subsistenzwirtschaft über ungelernte Arbeiten bis hin zu gelernten Arbeiten (wie etwa jene im Zuge der Lehre). Die Kombination dieser unterschiedlichen Tätigkeiten weist auf die zentrale Notwen- digkeit hin, in jeder Lebenssituation Unterhalt zu verdienen, sei es auf diese oder jene Weise. Zusammen mit den Beschreibungen von Mangel und Armut 115 wird klar, dass jene, die bei Gelegenheit musizierten, aufgrund materieller Schwierigkeiten eine Reihe anderer prekärer Unterhaltsmöglichkeiten wahrnehmen mussten, um zu überleben. Diesen Zusammenhang beschreibt etwa Heinrich Zwittkovits in seiner Untersuchung der (meist als Gelegenheitsmusik ausgeübten) Blasmusik im Burgenland: Sicherlich war die Blasmusik auch damals eine Musizierform sozial wenig privilegierter Menschen  […] Die einfachen Musiker  […] kamen meist aus klein- und kleinstbäuer- lichen Kreisen, sehr häufig ohne Möglichkeit, einen bäuerlichen Betrieb zu übernehmen. Manchen davon gelang es, einen Handwerksberuf zu erlernen oder dort zumindest als Gehilfe angelernt zu werden. Ein großer Teil aber verdingte sich mit Gelegenheits-, Hilfs- und landwirtschaftlichen Saisonarbeiten. Die Musik war daher willkommene Gelegenheit, die wirtschaftliche Situation zu verbessern.116 Auch einzelne Behörden schienen diesen Zusammenhang anzuerkennen und die Motive der Gelegenheitsmusizierenden gutzuheißen: Es gibt auf dem Lande einzelne, notleidende Gelegenheitsmusiker, die ab und zu als ‚Tanzlgeiger‘, Harmonikaspieler etc.  […] um ein paar Schilling aufspielen. Bedeutet für diese Personen (z. B. Forstarbeiter) in Anbetracht ihrer Arbeitslosigkeit der gelegentliche Verdienst  […] eine willkommene Zubuße zu ihrem kärglichen Unterhalt 117 Mit der Kombination unterschiedlicher Unterhaltsmöglichkeiten entsprachen Gele- genheitsmusizierende auch abseits des Musizierens nicht unbedingt den damaligen Vorstellungen von einer Berufsbiografie. Häufige Wechsel der Arbeitsstelle und der Tätigkeitsart ebenso wie der Wechsel zwischen Ausbildungen, gelernten und 114 Dieser Aspekt wird durch die Modalität mehr als neun andere Arbeits- oder Unterhaltstätig- keiten dargestellt. 115 Dieser Aspekt wird durch die Modalitäten Mutter übt Hilfstätigkeit aus, arbeitslos, Sozial- leistung sowie Mangel als Kind dargestellt. 116 Zwittkovits, Pflege, 522. 117 Österreichisches Staatsarchiv, AVA, Bundesministerium für Unterricht, Verordnungen, 1936, Zl.  27.061, Bundesministerium für Unterricht, Durchführungsbestimmungen hinsichtlich des §15 der Musiker- und Kapellmeisterverordnung. Als Gelegenheit musizieren: Dominiertheit 217
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Titel
Über die Produktion von Tönen
Untertitel
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Autor
Georg Schinko
Ort
Wien
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Abmessungen
15.5 x 23.5 cm
Seiten
310
Schlagwörter
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Kategorie
Kunst und Kultur
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