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werden, damit diese verstärkt von Konsumentinnen und
Konsumenten angenommen werden?
• Wie können touristische Unternehmen dazu motiviert
werden, klimaschonende Angebote anzubieten?
• Wie weit können diese alleine auf Freiwilligkeit basieren
(Corporate Social Responsibility), wo müssen sie durch
Förderungen und Gütesiegel gefördert, gefordert und
unterstützt werden und wo sollte der Staat regulierend
durch Verbote und Gebote eingreifen?
Die Diskussion mit den Stakeholdern im Rahmen der Be-
richterstellung zeigte darüber hinaus, dass die Art und die
Inhalte der bereitgestellten Information sich ändern müssen.
War vor fünf Jahren die Information zum Klimawandel und
seinen potenziellen Folgen wichtig, so steht heute die ge-
zielte Information über Adaptation und Mitigation in den
jeweiligen Bereichen im Mittelpunkt. Anstelle eines all-
gemeinen Hinweises auf eine klimaschonende Anreise muss
in Zukunft die destinations- und betriebsspezifische Infor-
mation stehen. Die Einführung der sogenannten Mobilitäts-
beratung ist ein wichtiger Schritt. Die Beratung kann zum
Beispiel das Team an der Rezeption unterstützen und ganz
konkret die verfügbaren Angebote für eine klimaschonende
Anreise zusammenzustellen und durch Ausflugsangebote
für den Gast ergänzen. Nicht nur im Bereich der Mobilität
ist eine zusätzliche, maßgeschneiderte Beratung notwendig,
sondern auch in anderen Bereichen. Wenn sich unter dem
Eindruck der Klimadiskussion, aber auch Informationen
zum Tierwohl und der Gesundheitsvorsorge die Einstellung
gegenüber der Art und dem Umfang des Fleischkonsums
ändert, dann muss der Tourismus auch in diesem Bereich
reagieren, diese Bewusstseinsänderung positiv aufgreifen
und idealerweise verstärken. Dies kann zum Beispiel durch
Schulungen in vegetarischer und veganer Küche für die
Betriebe erfolgen. Abb. 13.15 verdeutlicht, welche Heraus-
forderungen sich in diesem Zusammenhang für die Branche
ergeben könnten.
Eine Möglichkeit, Nachhaltigkeitsaspekte zu kommuni-
zieren, besteht darin, dem Gast offen Nachhaltigkeitsinfor-
mationen zur Verfügung zu stellen. Lee und Oh (2014) geben einen Überblick über Theorien zur Informationsverarbeitung
und kategorisieren anhand dieses Frameworks Informations-
schilder in Hotelzimmern zur Wiederverwendung von Hand-
tüchern und Bettwäsche. Sie unterscheiden zwischen:
• Framing Theory: Framing bedeutet die Präsentation
von Informationen in verschiedenen Wertigkeiten
(positiv oder negativ). In Bezug auf Nachhaltigkeits-
kommunikation kann dies bedeuten, die positiven
Auswirkungen, z. B. der Einsparung von Ressourcen, zu
betonen. Eine negative Konnotation würde dagegen die
negativen Auswirkungen betonen, die ein Verzicht auf
Ressourcensparen nach sich ziehen würde.
• Regulatory Focus Theory: Diese Theorie unterscheidet
zwischen der Betonung der Förderung bestimmter Ziele
(Förderung von Ressourcenschonung) bzw. der Ver-
meidung negativer Auswirkungen (Vermeidung von
Ressourcenverschwendung).
• Construal Level Theory: erklärt den Einfluss der
psychologischen Distanz auf die kognitive Deutung
eines Umstands. Während Nachrichten auf hoher
psychologischer Ebene dabei das „Warum?“ (abstrakt)
betonen, fokussieren sich psychologische niederschwel-
lige Botschaften auf das „Wie?“ (konkret, handlungs-
orientiert). Ebenso sind niederschwellige Botschaften
eher an der Gegenwart orientiert als Botschaften auf
höherer Ebene.
• Relevance: Bezieht sich auf den Einfluss des Bezugs-
punkts. Demnach kann eine Botschaft individuum-
orientiert („Mein Verhalten ist gut für mich selbst“)
oder gesellschaftsorientiert sein („Mein Verhalten
unterstützt gesellschaftliche Nachhaltigkeitsbestrebun-
gen“).
Diese Theorien wurden für experimentelle Tests im Zusam-
menhang mit der Gästekommunikation und der Entwicklung
von nachhaltigen gastronomischen Angeboten zugrunde ge-
legt (Antonschmidt und Lund-Durlacher 2018).
Abb. 13.15 Ein verändertes Er-
nährungsbewusstsein beeinflusst
die touristischen Produkte Was wäre, wenn der Anteil der Personen, die fleischlose Kost bevorzugen, bis 2030 auf 33 % ansteigt
(der Anteil liegt aktuell bei ca. 10 %)?
Beeinflusst dieser Trend die Produktion in der heimischen Landwirtschaft und kann der
veränderte Bedarf lokal gedeckt werden?
Hat dies Auswirkungen auf die Logistik (inkl.Verpackung, Lagerung, Transportmittel etc.)wenn
zum Beispielweniger Gefriergut und mehr Frischprodukte eingesetzt werden?
Welche neuen Rezepte müssen entwickelt werden, um ein attraktives Speisenangebot anbieten
zu können?
Welche Effekte und Wahrnehmungen erzeugt ein entsprechendes Angebot bei den Gästen?
Wird dadurch auch –über den Inlandstourismus –die Gesundheit der Bevölkerung gefördert?
13 Ableitung von Handlungsoptionen 243
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Tourismus und Klimawandel
- Titel
- Tourismus und Klimawandel
- Autoren
- Ulrike Pröbstl-Haider
- Dagmar Lund-Durlacher
- Marc Olefs
- Franz Prettenthaler
- Verlag
- Springer Spektrum
- Datum
- 2021
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-662-61522-5
- Abmessungen
- 21.0 x 28.0 cm
- Seiten
- 263