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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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8.4. DIE BIBLIOTHEK ALS WISSENSCHAFTLICHES INSTRUMENT 415 Ära Thun, angeregt von dessen Unterstaatssekretär Helfert, Pläne für den geregelten Zugang zum Bibliotheksdienst diskutiert worden, eine defini- tive Regelung fand jedoch nicht statt.75 Im Entwurf für die angedachte Zu- gangsprüfung waren sowohl die Zugangsbestimmungen (im Wesentlichen Sprachkenntnisse und abgeschlossene Studien) als auch die verlangten bib- liothekarischen Kenntnisse angeführt. In erster Linie waren dies: die Enzy- klopädie der Wissenschaften, Sprachen, Bibliographie und Diplomatik und Bibliothekswissenschaft im engeren Sinn, worunter man „die Kenntnisse der hervorragendsten Bibliotheken der Gegenwart und der verschiedenen Arten, eine Bibliothek einzurichten und zu verwalten“76 verstand. Der lei- tende Grundsatz bei dem Vorhaben war nach Ansicht von Salomon Frankf- urter jener, „dass der Nachweis allgemeiner wissenschaftlicher Vorbildung und sprachlicher Kenntnisse von dem Nachweise der speciellen Bildung für den Bibliotheksdienst zu unterscheiden sei.“77 Dies zeigt, dass man zwar durchaus eine Vorstellung eines eigenen Berufsbildes ‚Bibliothekar‘ besaß, zu einer Verabschiedung des Gesetzesentwurfs und der damit verbundenen Anerkennung des Berufsbildes ist es allerdings nicht gekommen. Als Grund gibt Ferdinand Grassauer das negative Gutachten Professor Franz Miklo- sichs an, der eine derartige Regelung als zu weitgehend betrachtete und die damalige Praxis als ausreichend empfand.78 So wurde die Bibliothekaraus- bildung auch in der Folge nicht geregelt, vielmehr war es üblich geworden, „an der Wiener Universitätsbibliothek den Nachwuchs für die österreichi- schen Staatsbibliothekare heranzubilden.“79 Zugleich prägte das ‚Handbuch gewesen zu sein, dass der Bibliotheksdienst eine Art Auffangbecken oder Übergangssta- dium für Akademiker war, die (vorerst) keine Stelle an einer Universität fanden. Vgl. Sa- lomon frankfurter, Die Qualification für den staatlichen Bibliotheksdienst in Österreich. Vortrag gehalten im Österreichischen Verein für Bibliothekswesen in Wien am 19. Februar 1898, Wien 1898, S. 16; auch bei LHotsky, Geschichte des Instituts für Österreichische Ge- schichtsforschung 1854–1954, S. 129. 75 Vgl. frankfurter, Die Qualification für den staatlichen Bibliotheksdienst in Österreich, S. 6–8. 76 Entwurf einer Vorschrift über die Prüfung der Candidaten des Bibliotheksdienstes, in: Sa- lomon Frankfurter (Hg.), Die Qualification für den staatlichen Bibliotheksdienst in Oester- reich. Vortrag gehalten im oesterreichischen Verein für Bibliothekswesen in Wien, Wien 1898, S. 27–31, § 4. 77 frankfurter, Die Qualification für den staatlichen Bibliotheksdienst in Österreich, S. 8, vgl. dazu auch die begründenden Notizen zum Entwurf des Gesetzes, siehe ebenda S. 7. 78 Siehe frankfurter, Die Qualification für den staatlichen Bibliotheksdienst in Österreich, S. 8–9. 79 Alois Jesinger, Die Universitätsbibliothek Wien, in: Zentralblatt für das Bibliothekswesen 43 (1926), S. 438–460.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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