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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 - Aufbruch in eine neue Zeit
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9 SCHLUSS 451 gelten. Allerdings bestand der größte Modernisierungsschub in der Schaf- fung neuer Universitätsstrukturen und einer Neuorganisation des Bildungs- systems, beides waren Errungenschaften der Revolution. Dass die Reformen jedoch nicht zurückgenommen wurden und weitgehend während des Neo- absolutismus’ mit Leben gefüllt wurden, lässt eine solche Deutung auch zu. So verliefen nun Modernisierung und Thuns Versuch einer konservativen Umerziehung der Studenten parallel, was zu Widersprüchen führen musste, die letztlich kennzeichnend sind für die ganze Reformära. So wie Thun den Grundstein für einen allgemeinen Aufschwung der Universität legte, so bildeten die Reformen gleichzeitig auch den Ausgangspunkt für zahlreiche Konflikte in den kommenden Jahrzehnten. Nicht nur durch diese Konflikte wirkten die Reformen lange nach, die Re- formen selbst prägten überdies für mehr als ein Jahrhundert maßgeblich die österreichische Universitätslandschaft und wie deutlich geworden ist, bestimmen sie auch heute noch bildungspolitische Debatten mit. Darüber hi- naus sind viele damals diskutierte Fragen – etwa jene nach der allgemeinbil- denden Funktion der Universitäten – heute so aktuell wie zu Zeiten Thuns. So kann die Arbeit auch einen Beitrag zur historischen Verortung aktueller Debatten liefern und vielleicht zum besseren Verständnis gegenwärtiger Entwicklungen beitragen. Die Arbeit an der Dissertation hat auch gezeigt, dass in vielen Bereichen der österreichischen Universitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts bereits gute Grundlagen geschaffen sind. Dennoch gibt es noch viele lohnende Un- tersuchungsfelder: So wäre eine vergleichende Untersuchung der Umset- zung der Reformen an einzelnen Universitäten sicherlich aufschlussreich und böte die Möglichkeit, die Entwicklungen der Innsbrucker Universität noch stärker im gesamtstaatlichen Kontext zu verorten. Doch auch im Be- reich der Universität Innsbruck mussten einige Fragen, die diese Epoche betreffen, offenbleiben. Das betrifft beispielsweise ganz allgemein die Ge- schichte der Universität im Vormärz. Denn so wie in der Historiografie zu den Universitäten Preußens die Ablehnung der düsteren Zustände des 18. Jahrhunderts lange als Kontrastschema für den Aufschwung und die Re- formen nach 1800 in Deutschland herhalten mussten („all was darkness – and then came Humboldt“70), so lässt sich das auch für die Abgrenzung vom Vormärz für die Reformen in Österreich nach 1848 zumindest in Ansätzen zeigen. Die Mängel des Studiensystems des Vormärzes dienten dabei als greller Kontrast zur Darstellung des Aufschwunges bzw. auch zur Recht- fertigung der Reformen. Allerdings ist gerade der Vormärz, besonders auch für die Universitäten, eine vielfach wenig beforschte Epoche, und wie erst 70 JosePHson/karLsoHn/östLing, Introduction, S. 4.
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860 Aufbruch in eine neue Zeit
Titel
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Untertitel
Aufbruch in eine neue Zeit
Autor
Christof Aichner
Verlag
Böhlau Verlag
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20847-1
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
512
Schlagwörter
University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
Kategorien
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Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860