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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 73 -
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betreibt. Ineiner ländlicharrangiertenSzeneam„Fabriksmeierhof“werdenandas Personal unddessenNachwuchsMilchrationen verteilt: Die Innenseite einesHof- tors öffnet sich langsam. Während im Hintergrund schemenhaft eine Feld- und Waldlandschaft zu erahnen ist, strömenKälber indas InnerederAnlage (Schnitt). Ein vonStierengezogenerHeuwagen folgt, hält unmittelbar vorder ebenerdigpo- sitionierten Kamera, umdiese schließlich seitlich zu passieren (Schnitt). In leicht schräg angeordneter totaler Perspektive eröffnet sich die Verteilungsszenerie im Hof eines Gebäudekomplexes. An einem langgestreckten TischwirdMilch ausge- schenkt. Frauen, aber vor allem Kinder werden kontrolliert in vorgegebener Rei- henfolge zurAusschankbeordert, um ihreKannenmitMilch füllen zu lassen.Der industrielleProduktionsbetriebwirdandieserStelledurchdörflichundsozialkon- notierteMotiveunterbrochen. Ein reges und geschäftiges Treiben vermitteln hingegen die „Ansichten aus demMonturdepot“. Im InnenhofderAnlageparkenLastwagen.AusdenFenstern des Lagers werden geschnürte Pakete direkt in die Transporter geworfen. Im Vorhof der Barackensiedlung des Depots bearbeiten Frauen das militärische Schuhwerk (Schnüren, Sohlenkleben, Putzen). Soldaten begutachten die voll- brachteArbeit, suchennachpassenderBekleidung.AmGeländehat sicheineige- nes, geschäftiges, durch den Krieg bedingtes Arbeits- und Gemeinschaftswesen entwickelt. Qualität, PräzisionundKontrolle, TraditionundModerne, rationelleLeistungs- fähigkeitundeffektvolleWirkungskraft–dieKriegsindustrie(werbe)filmederk.u.k. MonarchieweisenwiederholendeTopoiauf,dieeinegleichartigeAus-undZielrich- tungderProduktionenerkennen lassen. FilmischeMittel undvisuelleEffektekom- men zum Einsatz, um von einer reinen Präsentation abzukommen und visuelle Überzeugungsarbeit zu leisten.DieFilmpropagandaagiertargumentativ,dasPubli- kumhatte die Botschaften unmittelbar zu verstehen und sollte auf rationaler und emotionalerEbeneerreichtwerden. Filme mit militärischen und mitunter kriegsindustriellen Inhalten konnten in neutralenLändernwie etwaderSchweizdurchausaufAblehnungstoßen.318Anders geartetePlotswurdenhingegenohneBedenken in–hinsichtlichdesKriegs–unpar- teiischen Staaten gezeigt. Neben Städte- und Landschaftsbildern zählten dazuAuf- nahmen aus der Modebranche. Innerhalb der Aktualitätenschau präsentierte man unteranderemDIELETZTENWIENERFRÜHJAHRSMODELLE.319VonderVorführungdiverser Modefilme, wie etwa einem Streifen über die „Wiener Schwimmkleid-Modeschau“, 318 Siehe dazu u.a.: KA, AOK, KPQ, Ktn. 62, Filmstelle 1917, „Ausstellung des Militär- GeneralgouvernementsSerbien“,Nr.9266, 28.September 1917. 319 DIE LETZTENWIENER FRÜHJAHRSMODELLE (KLEIDER UNDHÜTE), BEITRAG DER SASCHA-MESSTERWOCHE Nr. 174aund174b/1918.Vgl.:DerKinobesitzer,„Zensurergebnisse“,Nr.31, 30.März1918,o.S. 5.3 „ZurDemonstrationökonomischerStärke“ 73
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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