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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Nachkriegszeit nurmäßig erfolgte Import von Rohstoffen allmählichwieder zu.372 DerHinweis auf diewieder einsetzende volle Produktiondiverser traditionsreicher Genussmittel der Firma Meinl konnte nun auch per Film belegt werden. Zudem richtete sichderZUCKERLONKELklarandieZielgruppederKinder,die seit jeherauch im ZentrumderWerbekampagnen fürMeinl-Schokolade standen.373 Ein paralleler EinsatzderbeidenFilmemachtedaherdurchausSinn. Die 1922 zum ersten Mal präsentierten Meinl-Filme wurden 1927 auch im VolksbildungsprogrammderWiener Urania geführt und kamendort erneut zum Einsatz.DerLehrfilmcharakter,derdendreiStreifen imKatalogauchzugewiesen wird, ist inDIE SÜSSEFABRIKbesonders klar erkennbar.NacheinigenEstablishing Shots, die auf die Größe des Betriebs, die Vielzahl der Werktätigen und das geschäftige Treiben in Hof- und Innenanlagen verweisen, werden die Verarbei- tungsschritte und Herstellungsabläufe minutiös vorgeführt und per Zwischen- texttafeln beschrieben. Manuelle Tätigkeiten und maschinelle Arbeitsvorgänge wechselneinander regeab.Visuell ansprechendeMaschinenarrangements (Rota- tionsmechanismen,durchLichtsetzungerzielteGlanzeffekte aufdenMetallteilen usw.) in totalerodernaherAufnahmezentrierendenFokusstreckenweiseaufdie technischeMethodik.DerEinsatz vonFließbändernverweist auf einenbeschleu- nigten rationelleren Arbeitsrhythmus. Der Mensch als Kontrollorgan der Ma- schine und Sicherheitsgarant für den perfekten Produktionsablauf und die Güte der Erzeugnisse ist auf bildlicher Ebene laufend präsent.Während die (fast aus- schließlich) sachlichund instruktivgestaltetenZwischentitel zumreinobjektiven Verständnis des Gezeigten dienen, vermitteln die Prüfschritte der Belegschaft (Konsistenz- undGeschmackstest der Kakaomasse, Kontrolle der Prozessabläufe in den Gerätschaften) ein visuell transportiertes Gefühl des Vertrauens in die Qualität – ein Moment, das gerade bei der Produktion von Nahrungsmitteln nachhaltig zumTragenkommt. Facharbeiter undBetriebseinheitsleiter schreiten durch die Anlagen, beobachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer Tätigkeit. In DIE SÜSSE FABRIK erscheinen dieWerktätigen weit weniger anonym als in anderen Industrie(werbe)filmen der Zeit. Die Werkplätze sind gut ausgeleuchtet und lassen in zumeist amerikanischen oder bisweilen halbnahen Einstellungen dieeifrigenKräfte inFrontal- oderSeitenansichtdetailreicherkennen.Seltensind nurdieGliedmaßenderWerktätigen zu sehen.Diepersönliche, daauchaufMen- schenzentrierteNoteunterstreichteineSequenz,diemit folgendemTitel eingelei- tet wird: „Bei der zuletzt gezeigten Aufnahme hat der indiskrete Filmoperateur eineDamedesFabriksbüros,diealsZuschauerinzugegenwar, ineinemMomente 372 Lehrbaumer,Womitkannichdienen?,S.40. 373 Ebd.,S. 18 f. 86 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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