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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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denNachmittags- undAbendstunden und in Anwesenheit von nichtmehr als 100 Besuchern–Filmevor.384 Die Idee, Industriefilmeparallel fürLehr-undReklamezweckeeinzusetzen,war nicht neu. Schon 1907 bewarben Fachkreise die Vorteile technischer Werksfilme, diemansowohl inderBelehrungderBevölkerungals auch inderwerbendenKraft derStreifenbeiFachausstellungensah.385VorallemsolltendieseFilmeder thema- tisch versierten Jugend nahegebracht werden. Das Medium ermöglichte es, die Arbeitsvorgänge komplexer Maschinen zu veranschaulichen, Bewegungsabläufe genau zu verfolgen und ein Stück Praxis in die Lehre zu bringen.386 Interesse an derart gestaltetenFilmen,dieoftmalsvonUnternehmernundVerleihernzurVerfü- gung gestellt wurden, hatten besonders technische Fachschulen und Universitä- ten.387 Im Verlauf der Zwischenkriegszeit weitet sich der Ruf nach belehrenden WerbeindustriefilmenzunehmendauchaufdasSchulsystemaus. 6.3 Bildungs-undWerbefilm Veranstaltung vonSchülervorstellungenmit gewähltemProgramm,Einführungder lebenden Photographie als Lehrmittel für die Schule und besonders Förderung des Interesses an Films388 belehrenderArt–diesemZweck sollenAufnahmenaus derNaturgeschichte, der In- dustrieundderVölkerkundedienen,die zweifellosvongrößeremWerteundbesserer erziehe- rischerWirkung sind, als vielederGeschmacklosigkeiten, dieheutegebotenwerden. Ist doch der Wert des Kinematographen als Lehrmittel nicht nur für die Wissenschaft [. . .] sondern auchfürdieSchulenichtzuunterschätzen.VieleVorgängeausdemLeben,dieGewohnheiten und Bewegungen von Tieren, der Gang derMaschinen, die Erzeugung verschiedener Gegen- stände, bieten reichereMittel für denAnschauungsunterricht als trockeneWorte und leblose Bilder.389 DerRuf nachdem „guten“, „moralischhochstehenden“Film, der abseits derUn- terhaltung und Schaulust einen bildendenMehrwertmit sich brachte,wurdemit 384 ImZeichendesMohren,Mitteilungen fürdieMitarbeiter undFreundedesMeinl-Konzerns, „Aus den Konzernunternehmungen“, Nr. 1, Dezember 1935, S. 15. Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA),Magistratsabteilung (MA) 104,Zl.K2261,„KonzessionsersuchenderFirmaJuliusMeinlA. G.“, 27. Jänner1938. 385 DerKomet,„DerKinematograph imDienste technischerBelehrung“,Nr,. 1155, 1907,S.9. 386 Ebd.sowieDerFilmbote,„WarumtechnischeLehrfilmenötigsind“,Nr. 24, 12. Juni 1920,S. 26. 387 DasKino-Journal, „Über Lehrfilme“, Nr. 519, 1920, S. 29–30.Archiv der TechnischenUniversi- tätWien: Jahrbuch fürdasStudiumanderTechnischenHochschule inWien1930–1931,Wien1932, S. 72. Jahrbuch für das Studium an der Technischen Hochschule inWien 1931–1932, Wien 1933, S. 88–90. JahrbuchderdeutschenStudentenschaft, TechnischeHochschuleWien 1932–1933,Wien 1934,S44–48. 388 „Films“warderzeitgenössischüblichePluralvon„Film“. 389 DerKomet,„DieErziehungdurchdenKinematographen“,Nr,. 1184, 1907,S.9. 90 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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