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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Waschhilfebeschworen.TheorieundPraxis treffenerstmalsaufeinanderund lösen einander imweiterenVerlauf des Films tandemartig ab, führen aber auch zu einer immerdeutlicherenTeilung ineine„männliche“und„weibliche“Hemisphäre. Professor Stahlschmidt will seine wissenschaftlichen Kenntnisse über mo- derneWaschmethoden erweitern und besucht mit seiner Frau die Persil-Werke in Düsseldorf. In umfassenderWeise wird das Paar unter der Ägide des Chemi- kers Dr. Breuer über Bestandteile des Waschmittels, Herstellungsprozesse des Pulvers und seineWirkungsweise informiert. Nach einem Rundgang durch die Anlage leitet der Gesang der Arbeiterinnen in den Bereich der „Human resour- ces“ über. Helle Räume, medizinische Vorsorgeeinrichtungen für Mitarbeiter und deren Kinder, die Mütterberatungsstelle sowie „zweckmäßig schöne“ Schwimm- und Sportanlagen sichern die Gesundheit des „Humankapitals“, sor- gen für „gute Stimmung“ und einen besonderen Fleiß der Werksangehörigen, deduziertDr.Breuer. Frau Stahlschmidt wird in der Folge in der „Persil-Waschkunst“ unterwiesen. LangwierigwerdensämtlicheArbeitsschritteunterAnweisungeinerWanderlehrerin durchgeführt. Den Abschluss bildet eine Aufnahme in der kaufmännischen Abtei- lungdesBetriebs.DerBüroleiter verliestAuszügeausder täglicheinlangendenPer- silverbraucher-Post. Er kommuniziert direkt mit dem Publikum, weist auf die Bedeutung der Erfahrungen der Konsumenten hin und fordert auf, diese denHen- kel-Werkenmitzuteilen. Man hätte auf dieseWeise schon viel über die universelle Anwendung vonPersil erfahren, so etwa bei derHaar-, Kopf- undFußwäsche, der Tier-undBlumenpflegesowiebeiderReinigungvonMöbeln,Schmuck,Fellen,Tep- pichen und Bildern. Nach weiteren Ausführungen über die Henkel-Produktpalette schließt der Abteilungsleiter mit denWorten: „Sie dürfen versichert sein, dass die ErzeugnisseeinesHauses, indemnachdenneuzeitlichenMethodengearbeitetwird, immerdasFortschrittlichstedarstellen,wasüberhauptgebotenwerdenkann.“ Der nachfolgende Epilog greift den stilistischen und inhaltlichen Aufbau des Vorspanns wieder auf: Der Henkel-Löwe über dem Eingangsportal desWerks be- ginnt den Bilderreigen. In Bewegung befindlicheMaschinen- und Transportgerät- schaften werden per Überblendung undMehrfachbelichtung in schneller Abfolge präsentiert. Getragen wird die Sequenz von einem polyphonen Hymnus, der Bild undMusik eine symphonische Einheit gibt. Das Schlussbildmit der Büste des Fir- mengründersFritzHenkelklingtmitFanfarenklängenaus. Prolog und Epilog bringen per Musik, Schnittfolge, Perspektivenwechsel und MehrfachbelichtungDynamik in einen Film, der sonst bisweilen Längen aufweist. IndiesenSequenzenwerdendie filmischenMittel der Zeit ausgereizt, umdie ratio- nelle undmoderne Produktions- und Arbeitsweise der Firma Henkel optisch und akustischerlebbar zumachen.Versuche,dieneuenMöglichkeitendesMediumszu nutzen, werden im Verlauf des Films immer wieder unternommen: Laute und gleichförmige Maschinengeräusche simulieren eine reale Fabriksatmosphäre. Sie dominierendenRaum, lassendieBesucherdesBetriebsmitunter verstummenund 6.3 Bildungs-undWerbefilm 99
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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