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KulturfilmschaffenausÖsterreichwurde inKulturinstitutenund-verbänden,455 in
Jugendorganisationen, Schulen undErziehungsanstalten,456 in Konsulaten sowie
bei Messen und Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der
Tschechoslowakei, Ungarn, in der Schweiz, in Belgien, Schweden, Finnland, in
denNiederlanden, in Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Italien, Spanien, Portu-
gal, in Griechenland, in der Türkei, in Ägypten, China und in den Vereinigten
Staatenpräsentiert.457
Man räumte vereinzelt durchaus Probleme im Sinne der Konzeption und
Verständlichkeit der Filme im Ausland ein. So gestaltete sich der Verkauf der
Filme in Frankreich, Belgien und Englandmitunter schwierig, da die Produktio-
nen fast ausschließlich in deutscher Sprache gehalten waren. Des Weiteren
wirkte sich die unterschiedliche Längengestaltung des Beiprogramms in den
Vertriebsländern negativ auf die Übernahme österreichischer Streifen aus: In
England und Frankreich belief sich das Vorprogramm auf etwa 600 bis 800
Meter, die Kulturfilme ausÖsterreichwiesen jedoch eine Länge von nur ca. 300
bis400Meterauf.458
DerGroßteil deroffiziellenBerichteüberdieAufnahmeheimischerKurzfilme
imAuslandäußerte sich jedochsehrpositivbis geradezueuphorisch.Stolz infor-
miertedie„SelenophonLicht-undTonbildgesellschaftm.b.H“dasHandelsminis-
teriumdarüber, dass die ProduktionKUNST DES ÖSTERREICHISCHENBAROCK (A 1934)
unter dem Titel AUSTRIA BEAUTIFUL ohne Unterbrechung über drei Monate im
Londoner „AcademyCinema“gelaufenwar.Der Streifen sollte fortanalsVorfilm
zu dem österreichischen SpielfilmschlagerMASKERADE (A 1934, R:Willi Forst) in
Großbritannien fungieren.459 In Deutschland hatte der Kurzfilm HANNES SCHNEI-
DER LEHRT SKILAUFEN (A 1934, P: Selenophon) große Erfolge zu verzeichnen, wo
455 ÖStA,AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3649, Grz. 92080-WPA/35, Ggstd.: Chinesisch-deutscherKultur-
verbandNanking,August 1935.
456 ÖStA, AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3591, Grz. 99758-WPA/35, Ggstd.: Schreiben Selenophon an
BMHV, Filme für die Tschechoslowakei, April 1935 sowie ebd., Ktn. 3649, Gschz. 98243-WPA/36,
Grz. 92560-WPA/36, Ggstd.: Schreiben BMHV an Austrian Bureau for Foreign Trade New York,
FilmefüramerikanischeJugendorganisationenundErziehungsinstitute,März1936.
457WKW, Filmakten, Paket 3173/1, M 1, Volkswirtschaftlicher Aufklärungsdienst, Nr. 84, 15. De-
zember 1937,S.8 f. ebd.,Paket3173/2,M8,„FilmkonferenzProtokolle“,Verhandlungsschriftder4.
Sitzung des Österr. Filmkonferenz vom 26. Juni 1936. ÖStA, AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3649, Gschz.
98358-WPA/36, Grz. 92560-WPA/36, Ggstd.: SchreibenÖsterr. Exportförderungsinstitut an BMHV,
Bericht Außenhandelsstelle N.Y., April 1936.Österreichische Film-Zeitung, „Österr. Kulturfilme in
Amerika“,Nr. 7, 14.Februar1936,S. 2.
458 ÖStA,AdR,BMHV,581c,Ktn. 3711,Gschz.96292-WPA/37,Grz.92307-WPA/37,Ggstd.:Weltver-
triebeinigerösterr.KurzkulturfilmedesAmtes fürWirtschaftspropaganda,März1936.
459 ÖStA,AdR,BMHV,581c,Ktn. 3591,Gschz. 103752-WPA/35,Grz.98674-WPA/35,Ggstd.:Schrei-
benSelenophonanBMHV,Film„KunstdesösterreichischenBarock“, Juli 1935.
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Titel
- Der österreichische Werbefilm
- Untertitel
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Autor
- Karin Moser
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 316
- Schlagwörter
- Culture of memory, media history, advertising
- Kategorie
- Kunst und Kultur