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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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der Wirtschaftstreibenden nach, die darin eine Möglichkeit sahen, die Bevölke- rung mit den österreichischen Erzeugnissen vertraut zu machen. Die Wochen- schaumachteessichdemnachzurAufgabe,dieHerstellungvonErzeugnissender Industrie, aber auchder ländlichenHeimarbeit detailgenaunachzuvollziehen.480 Einzelne Arbeitsschritte wurden aufgenommen und durch den Sprecher unter VerwendungundErklärungvonFachausdrückengenauerläutert.DieBenennung einzelnerMarkenunterließmanmöglichst,derWirtschaftsstandortÖsterreichall- gemein sollte propagiert werden. Die Wirkung blieb trotzdem bescheiden: Den Filmbeiträgen fehlt es zumeist anDynamik. Die beschauliche undoft langatmige Darstellung der Arbeitsvorgänge lassen die Atmosphäre einer fortschrittlichen und aufstrebenden Industrie, worauf die Berichte ja eigentlich abzielten, nicht wirklichaufkommen.481 Da der Aktualitätsanspruch derWochenschau insgesamt nur sehr gering war und sichdie Beiträge vor allemauf Sujets aus der österreichischenWirtschaft, der Kultur,desSportsundderNaturstützten,glichdieÖBUTaufder inhaltlichenEbene dem Kulturfilm. Bei der Produktion beider Formate wurde zudemwiederholt auf das gleiche Filmmaterial zurückgegriffen. Ein fixes Team an Kurzfilmherstellern wieHans Brückner, GustavMayer, AdiMayer, Bruno Lötsch, Hans Ludwig Böhm, Max Zehenthofer, Robert Reich undKarl Köfinger realisierte sowohl die ÖBUT- als auch die Kulturfilmsujets.482 Von ihrer ästhetischen Ausrichtung her waren sich beideGenres inder Periode 1933bis 1938 sehr nah,Gleiches gilt für die propagan- distischeZielrichtung. Konkret lässt sich Letzteres auch über die Indienstnahme beider Formate im Zuge derAktion „Kauft österreichischeWaren“ belegen. 1927wurde die Kampagne „zur Hebung des Konsums inländischerWaren“ auf Initiative des damaligenHan- delsministers Hans Schürff gestartet.483 Zur effektiven Umsetzung diverser Propa- gandamaßnahmenhattensich„dieösterreichischenKammern fürHandel,Gewerbe und Industrie, dieLandwirtschaftskammern,dieArbeiterkammern,derNiederöster- reichische Gewerbeverein, die Spitzenorganisationen der Frauen (aller politischen Richtungen), der Hauptverband der Industrie Österreichs, der Gewerbeverbände 480 Beispielhaft seien hier einige Titel angeführt: ÖSTERREICHISCHE GLÜHLAMPEN-ERZEUGUNG (Nr. 22a/1933), SKIERZEUGUNG IN ÖSTERREICH (Nr. 29a/1933), LANDWIRTSCHAFTLICHE SPIRITUOSENERZEU- GUNG (Nr. 74b/1934),HEIMISCHEELEKTRO-INDUSTRIE (Nr. 34b/1934),STICKEREI-INDUSTRIE (Nr.42b/1934), HEIMISCHESTRUMPFERZEUGUNG(Nr. 7b/1936). 481 Vgl. dazu auchdieAusführungen derAutorin:Moser, Karin: Die Bilderwelt der Österreich in Bild und Ton – die konstruierte Realität eines ständestaatlichen Propagandainstruments, in: Achenbach,Michael/Moser,Karin:Österreich inBildundTon.DieFilmwochenschaudesaustrofa- schistischen Ständestaates,Wien 2002, S. 115. Zudemboykottierte das Publikum in zunehmenden MaßedieÖBUT.Siehedazu:DasKino-Journal,Nr. 1284, 16.März1935,S. 2. 482 Moser,Demokratie,S. 302. 483 Vgl.:Gries,Produkte&Politik,S.77. 6.4 Kultur-undWerbefilm 113
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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