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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Versuch im darauffolgenden Jahr erwies sich schließlich als zufriedenstellend und durchauserfolgreich.DerFilmWOHINLÄUFSTDUSCHILLING?wurde1929erstmalsaufge- führt495 und schien noch 1933 in denKulturfilmlisten der „ständestaatlichen“Behör- denauf.496 WOHIN LÄUFST DU SCHILLING?497 zentriert sich um die „Gefahren der Bevorzu- gung fremder unddenNutzen der Bevorzugungheimischer Produkte“.498 Die Bot- schaft des auf dem Prinzip der Problemlösungsstrategie aufgebauten Films wird bereits im ersten Drittel des Streifens klar deklariert. Im Zentrum des zentralen Plots steht eine kaufkräftigeKundin, die in einemmodernenGroßkaufhaus gezielt zurausländischenWaregreift.DasausgegebeneGeldwirdperAnimation lebendig, „bekommtBeine“undmarschiert Richtungnächster Grenzposten.Die als „KeyVi- sual“499eingesetztenMünzenvermittelnunmittelbaraufemotionalerEbene,obder eben getätigte Kauf positiv (tanzende Schillinge) oder negativ (Geldstückemit ge- senktenHäuptern)zubewerten ist. Als direkte Folge des Fremdwarenerwerbs werden im ersten Drittel per Zwischenschnitt Szenen vor demArbeitsamt eingeblendet. In der Kältewarten die Arbeitslosen vor der Behörde,während die per Stopptrick eingefügtenMünzen an ihnenvorbeilaufen.ZuHauseangekommen,wirdderFehlkaufderEhefrau rational erläutert. Auf die per Zwischentitel eingeblendete FragederGattin an ihrenMann: „DasGeld lief fort, hab’s selbst gesehen. Erklärmir,wie ist das geschehen?“, folgt die Antwort per Präsentation der Handelsbilanz des Jahres 1931. Diese weist ein Passivumvon867Millionen Schilling aus undwird per nachfolgender Schlagzeile desNeuenWiener Tagblatts vom 24. Jänner 1932 bestätigt. Mahnend schließt der GattedieseLektionab:„Indieser schwerenZeit,meinSchatz,wardieseWahlnicht ganzamPlatz!“ Die erfolgreiche Umerziehung belegt die anschließende Sequenz: Neuerlich wirddasKaufhaus besucht, dochdiesmal gezielt einheimisches Produkt (Handta- sche) gekauft. Das Einblenden des österreichischen Warenzeichens demonstriert 495 Paimann’sFilmlisten, 8.März 1929,o.S. sowieTirolerZensurbescheide,Nr. 146, 1929zit.nach: Ballhausen, Thomas/Caneppele, Paolo (Hg.), Materialien zur österreichischen Filmgeschichte 10: EntscheidungenderWienerFilmzensur 1929–1933,Wien2003,S. 28.Caneppele,Paolo (Hg.),Mate- rialien zur österreichischen Filmgeschichte 4: Entscheidungen der Tiroler Filmzensur 1922–1938, Wien2002, S. 309. 50KopiendesFilmswurden inUmlaufgebracht.DieVertreterderKörperschaft „Kauft österreichischeWaren“gingendavonaus,dassmanbei etwa1.300Kinospieltagen500.000 Zuschauererreichenmüsste.WKW,AktE27.468/3,Tätigkeitsbericht fürdas Jahr1929,S. 2. 496 Der Filmwurde offensichtlich vor demneuerlichen Einsatz überarbeitet. So weist die erhal- teneFilmkopieeineHandelsbilanzstatistikdes Jahres1931aus. 497WOHINLÄUFSTDUSCHILLING?;A1929,P:ÖsterreichischeWerbefilmges.ReichJanisch&Co. 498 Kontakt,„KauftösterreichischeWaren!“,Nr.8, Juli/August 1930,S. 13. 499 Unter„KeyVisual“verstehtHeiserSchlüsselbilder vonnachhaltiger visuellerWirkung,denen eine spezielleSymbolkraft innewohnt.Vgl.:Heiser,Albert:DasDrehbuchzumDrehbuch.Erzählst- rategien imWerbespotund-film,Berlin2004,S.68 f. 116 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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