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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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kamenparallel zumTragen.DenArbeitslosengegenüberhattemanVerantwortung an den Tag zu legen, der Kauf heimischerWaren käme direkt der Volkswirtschaft zugute und schaffeArbeitsplätze. Jedeund jeder Einzelneprofitiere aber auchvon einer aufstrebendenÖkonomie:DieBeschäftigungwirdgesichert. Der Lohn, der in heimische Produkte investiert wird, hat nicht nur „ethischen Mehrwert“, er ver- sprichtaucheinpositivbesetztes,heilversprechendesKonsumerlebnis. Die konzeptionelle und inhaltliche Ausrichtung des Films folgte jener der Ak- tion an sich,was allerdings auchKritik lautwerden ließ. „Patriotismus, Rücksicht auf die Arbeitslosigkeit, Bedachtnahme auf die Zukunft, Passivität der Handelsbi- lanz“empfandendieWerbestrategenalskeineeffektivenKaufgründe.Schlagkräfti- gereArgumentewärenvorzubringen, soetwa„gleicheoderbessereQualität–aber billigeralsAuslandsware“.Mitdenweitreichenden,wennauchgutgemeintenAkti- vitäten hätte man – so folgerten die Experten – bestenfalls die Bevölkerung zum Nachdenken gebracht.502 Die staatlichen Stellen sahen dies offensichtlich anders. Der FilmWOHIN LÄUFST DU SCHILLING? wurde in Kinos, im Rahmen von Vorträgen unter anderem inderWienerUraniaund inSchulen gespielt.503 DasUnternehmen „Brevillier&Urban“–einProduzentvonBleistiften–brachtedenFilm,gemeinsam mit einem eigenen Industriewerbefilm, in 896 Schulen zur Aufführung.504 1933 führte dasUnterrichtsministeriumWOHIN LÄUFSTDUSCHILLING? als Bildungsfilm.505 AuchbeihauswirtschaftlichenKursenkamderFilmzurVorführung.506 JenachEin- satzgebiet fungierte der Streifen demnach als Werbe-, Kultur- oder Lehrfilm, was nicht nur neuerlich auf dieMultifunktionalität vieler Produktionen, sondern auch aufdievielgestaltigenAufführungsorteundVorführpraktikenverweist. 502 Kontakt,„KauftösterreichischeWaren“,Nr. 10,Februar1928,S. 15. 503 ÖStA,AdR,BMHV,581c,Ktn.3533,Grz.90823-WPA/34,Ggstd.:Arbeitsgemeinschaft„Kauftös- terreichischeWaren“. Aktion des Referats für Wirtschaftspropaganda, Februar/März 1934. ÖStA, AVA, BMU,Volksbildung: Film, 1929–1930, Ktn. 487, Fasz. 472, Gschz. 36407-II/10b, 1932, Ggstd.: VolksbildungshausWienerUrania, Lehr-undBildungsfilme,Überprüfung,KatalogWienerUrania, NeuerscheinungenOktober 1929, Juni 1932.Kontakt,„KauftösterreichischeWaren!“,Nr.8, Juli/Au- gust 1930,S. 13. 504WKW,AktE27.468/3,Tätigkeitsbericht fürdas Jahr1930,S.5 f. 505 ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1933, Ktn. 490, Fasz. 473, Gschz. 17035-II/10b, 1933, Ggstd.:Filmbegutachtung.VeröffentlichungderErgebnisse1933. 506WKW, Akt E 27.468/1, Personen A–Z, Schreiben „Erna Zelinka an die Arbeitsgemeinschaft ‚KauftösterreichischeWaren‘“, 2.April 1931. 6.4 Kultur-undWerbefilm 119
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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