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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 122 -
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Bestellungenunordentlichausführen“.514DieGebarungderReklamebürosbehindere nicht nur „dieEntwicklungdesWerbefilms inÖsterreich“, sondernauch „die rekla- metreibende Industrie,dieKinobesitzerunddieWerbefilmproduzenten“erlittenent- sprechendenSchaden.515Der„BundderWienerLichtspieltheater“undder„Verband derKurzfilmhersteller“, indemsichdieProduzentenvonWerbe-, Industrie-,Kultur-, Lehr- und Bildungsfilmen sammelten, drangen daraufhin beimBundesministerium fürHandelundGewerbedarauf, eineSonderbestimmung fürReklamefilmezuerlas- sen.Dieser zufolge sollte dasRecht zurVorführungvonWerbefilmenausschließlich einerZentralstelledesBundesderLichtspieltheaterzukommen.DieBetreiberderRe- klamebüros lehnten eine derartige Regelung vehement ab und wollten wie bisher „dieAufführungendurchfreieVerträgeauf reinkaufmännischenGrundlagenregeln, bei welchen das Kino seine Interessen technisch und kaufmännisch nach eigenem Ermessenschützen“konnte.516 EinevölligeUmgehungderReklamepächter indieserAngelegenheitwar jedoch nicht möglich, da rechtsgültige und langfristig abgeschlossene Pachtverträge mit diversenKinosvorlagen.Die Idee,einKontrollbüroeinzurichten,dasdieVerteilung derWerbefilmeüberwachenund für dieWünsche aller Interessenten in objektiver Weise sorgensollte, fandbei60ProzentderReklamepächterZustimmung.Füreine neueRegelungreichtediesallerdings imOktober 1936nochnichtaus.517 ImAugust des Folgejahres änderte sich die Lage. Nach langwierigen Verhandlungen wurde unterEinbeziehungallerBeteiligteneinneuesRegelwerkbeschlossen,das„einUn- terbietenderPreise fürDiapositivvorführungenundReklamefilme“unmöglichma- chen sollte. Ein detailliertes Preisregulativwar ausgearbeitetworden, das die Lage der Kinos, die Anzahl der Vorführungen und die Länge der jeweiligen Streifen in dieBerechnungeinschloss.DieFilmewurden fortan„durchdieReklamebürosüber die Einheitsstelle desBundes vergeben“. EinneukonstituierterÜberwachungsaus- schuss, bestehend aus „je zwei Vertretern der Reklame treibenden Firmen, der Ki- nobesitzer, der Reklamebüros und der Reklamefilmerzeuger“ hatte von nun an dafür Sorge zu tragen, dass „dieVorführung indenKinos klaglos funktioniert und dieoftmalsberechtigtenKlagenderReklame treibendenFirmenebensowiediedes Publikums, dassman infolge des schnellenAblaufs der Anzeige oder demWerbe- filmkaumfolgenkann,gegenstandsloswerden“.518 514WKW,Filmakten, Paket 3173/2,M8, „Filmkonferenz, Protokolle“, Verhandlungsschrift der 5.SitzungderÖsterreichischenFilmkonferenzvom9.Oktober 1936,S. 14. 515WStLA,MA104,Zl.K1015,„SchreibendesBundesderWienerLichtspiel-TheaterandasBesondere StadtamtII/3“, 14. Juni1937. 516 DerWienerFilm,„KampfumdenWerbefilm“,Nr. 12, 23.März1937,S. 2. 517WKW, Filmakten, Paket 3173/2,M 8, „Filmkonferenz, Protokolle“, Verhandlungsschrift der 5. SitzungderÖsterreichischenFilmkonferenzvom9.Oktober 1936,S. 14. 518 DerWienerFilm,„Regulativ fürdenReklamefilm“,Nr. 32, 10.August 1937,S. 2. 122 7 Der„richtige“Ort fürden„richtigen“Film
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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