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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 123 -
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Für die geregelte Aufführung des Reklamefilms im Lichtspieltheater war also wenige Monate vor dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland noch eine neueVereinbarunggetroffenworden. InderPraxishattendiewerbetreibendenUn- ternehmenund InstitutioneneinenanderenWeggewählt, umihreReklamestreifen im bestmöglichen Aufführungskontext zu präsentieren. Ein Großteil der Filme wurde nicht oder nicht nur in festen Kinoetablissements präsentiert, sondern in Fabriken, in Schaufenstern und Geschäftslokalen, in Schulen, an universitären Einrichtungen, in der Urania, in Restaurants, in Gemeindesälen, in Vereinen, in Wanderkinos, aufKreuzschiffen, beiMessen, FachtagungenoderAusstellungen.519 Dieser bevorzugte Vorführrahmen, den die angelsächsische Forschung „non- theatricalexhibition“nennt,520wardurchmehrereGrundvoraussetzungenundEnt- wicklungenbedingt. 7.2 „Non-theatricalexhibition“:DerWerbefilmeinsatzaußerhalb desregulärenKinobetriebs Die kürzeste für eine Tonfilmwerbungübliche undmögliche Länge dürfte bei zirka 10Meter liegen.Mit 30Meter (eineMinuteVorführdauer) läßt sichbereits ziemlichviel sagenoder zei- gen.Mehrwie 150oder höchstens 200Meterwerden inden seltenstenFällen vonnöten sein. EineÜberschreitung dieses Ausmaßes ist auch schondarumnicht empfehlenswert,weil der Interessent unter Umständen ermüdet oder gelangweiltwird, und ferner auchmit Rücksicht aufdie fixeVorstellungsdauerderLichtspieltheater, da sonstdieEinreihung indasSpielpro- grammerschwertwird.521 Wiederumwar es der Werbefilmer Hans Ludwig Böhm, der in den 1930er-Jahren über die Publikation zahlreicher informativer Artikel in Fachzeitungen für das Re- klamemedium Film warb, praktische Tipps gab und auf etwaige Probleme und derenVermeidunghinwies (wie etwa in obigemZitat). Die „Überlänge“ eineswerb- endenFilmskonnte,wieBöhmklardarlegt, dazu führen, dassderKinobetreiberdie Vorführung desselben ablehnte. Die per Film werbenden Unternehmer suchten daher sinnvolleAlternativen,um ihreReklamemittel zielgerichtet einzusetzen.Denn in den 1930er-Jahren wiesen in Österreich zur Aufführung kommendeWerbefilme 519 Vgl. dazu: Moser, Karin: Charmant –markant – provokant: Der österreichischeWerbefilm. Anfänge –Weichenstellungen – Durchbruch, in: Archiv undWirtschaft. Zeitschrift für das Ar- chivwesen derWirtschaft, Nr. 4/2013, S. 179. Zimmermann, Yvonne: Neue Impulse in der Doku- mentarfilmforschung, in: Zimmermann, Yvonne (Hg.): Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme1896–1964,Zürich2011,S. 19. 520 Siehedazu:Slide,Anthony:BeforeVideo:AHistoryof theNon-TheatricalFilm,Westport 1992. 521 Contact,„WerbungdurchdenFilm“,Nr. 12,Dezember1933,S. 17. 7.2 „Non-theatricalexhibition“ 123
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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