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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Zwonko Maar bot offensichtlich sogenannte „Standard“- bzw. „Blancofilme“ an.669 Hierbei handelt es sich um Filme, die in ihrem Inhalt sehr allgemein und neutral gehaltenunddurchdasAuswechselndesSchlusstitels fürunterschiedliche Unternehmen einsetzbarwaren. Der Film erschien so als scheinbar individuell ge- staltetundwurdezumniedrigenMeterpreisofferiert. InDeutschlandhatten renom- mierte Produktionsfirmen, wie etwa die „Boehner-Film“, derartige Blancofilme im Repertoire,umlokalen, finanziellwenigerbeweglichenEinzelhandelsunternehmen denEinsatzvonWerbefilmenzuermöglichen.DiemituntereingeschränkteQualität dieserStreifenwurdedabei inKaufgenommen.670 Der jugoslawische Hersteller gab im FachblattDerWiener Film ebenfalls eine Stellungnahmeab.Ererklärte, eineschriftlicheBestätigungdesFilmbürosderWie- ner Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie vorliegen zu haben, wonach die „Einfuhr von Werbefilmen, falls diese vertont werden, kontingentfrei erfolgen“ könne und dass daher gegen seine diesbezügliche Tätigkeit inWien nichts einzu- wendensei.„AlsausländischerProduzent“ seheer„keineVeranlassung,dieRicht- preise eines hiesigenVerbandes einzuhalten“, zumal er eben solche „für unsinnig halte“. „Jeder Fachmann“wisse, dassman „denMeter ebenso gut für einen Schil- lingwie für 1.000Schillingherstellen“könne.HinsichtlichderbenutztenTonappa- ratur habe er „infolge von Unstimmigkeiten mit der Selenophon eine andere österreichische Apparatur zum Einsatz gebracht“.671 Karl Gromus, der Vermieter der vonMaar genutzten Tongerätschaften, erklärte seinerseits, dass seine Anlage perPatent geschützt sei undvonderHandelskammerals österreichischeTonappa- ratur anerkanntwerde.Wederdie„Tobis-Klangfilm“nochdie„Selenophon“wären gegenseineGerätschaftenbislangvorgegangen.672 Der Kurzfilmherstellerverband gab sich damit nicht zufrieden und attackierte Maar mit zunehmender Härte und verbalen Ausfällen. Man hätte die Gewerbe- behörden bereits umfassend über den Fall informiert, da „solchen Schädlingen, die minderwertige Leistungen zu Schleuderpreisen verkaufen, das Handwerk gelegt werden“müsse.Umsomehr, als diese ähnlichePraktiken schon in anderen Ländern gepflogen und dort ein für die Branche „wirtschaftliches Trümmerfeld“ hinterlassen hätten.673Der als „parasitärer Pfuscher“verunglimpfte ZwonkoMaar legte seinerseits Klage wegen „unlauteren Wettbewerbs“ gegen den Verband der Kurzfilmhersteller sowie gegen Karl Köfinger und Hans Ludwig Böhm persönlich ein. Der Tatbestand 669 Darauf schließen lässt auchderHinweis, dassMaar„kleineReklamefilme fürprivateFirmen“ herstellte. Siehe:DerWiener Film, „ZumKonflikt in derWiener Kurzfilm-Produktion“, Nr. 33, 22. Dezember1936,S. 2. 670 Eckardt,Boehner-Film,S.68.Forster,UfaundNordmark,S.30. 671 DerWienerFilm,„Konflikt inderWienerKurzfilm-Produktion“,Nr. 32, 15.Dezember1936,S. 2. 672 DerWienerFilm,„Besuchbei derSchwarz-Apparatur“,Nr. 32, 15.Dezember 1936, S. 2. ZuKarl GromusundseinerTonfilmapparatur fandensichkeineweiterenHinweisemehr. 673 DerWienerFilm,„ZumKonflikt inderWienerKurzfilm-Produktion“,Nr.33,22.Dezember1936,S.2. 8.3 VerbandderKurzfilmhersteller 151
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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