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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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es wird auf sie herabgeblickt, wobei jeweils der Blickwinkel von Kofferträgern, SchaffnernundKellnerneingenommenwird. InderFolgedominierenzwei„Produkt-Empfehlungen“denWerbefilm.Sowird erstensderKomfort der Zugreise durchServiceleistungenbetont: EinGepäckträger istderDamezuDiensten,dieKaffeehauskulturwirdauch imSpeisewagengepflegt. Die Bahnhält einen ruhigenKurs,wodurchweder das Lesen einesMagazins noch dieRast imZugrestaurantbeeinträchtigtwerden.TrotzdemlegtdieBundesbahnein durchaus schwungvollesTempovor.„Phantomrides“ lassenvordemAugederZu- schauer österreichische LandschaftenundSehenswürdigkeiten vorbeieilenund sie soeinweniganderReiseerfahrungteilhaben. DiezweiteEmpfehlunggiltder„Attraktion“, derbestmöglichenPräsentationder vielfältigen heimischen landschaftlichen und kulturellen Schönheiten. Berge, Seen, Wälder,WasserfällewerdenvonSchlössern, Kirchen,Denkmälern abgelöst. Umdie Einblicke zu erweitern,muss dieKamera denZug verlassen.AufnahmenvorOrt, in StädtenundTälern zeigen,was sichbei einemVerlassendes ZugsnochanSehens- wertemoffenbart. St.Wolfgang, Zell amSee, BadGastein, Innsbruck, Bregenz,Mill- statt, Klagenfurt oder auch Baden werden in Ansichtskartenmanier von erhöhten Aussichtspunkten, per Panoramablick, vomUfer aus,mitten imstädtischenTreiben (Straßenszenerien in Innsbruck) oder in ländlichemAmbiente (Arm inArm spazie- rendeFrauen inVorarlbergerTrachtaufeinerWeidevoreinerKirchen-undBergsze- nerie) ansprechend präsentiert. Wieder am Ausgangsbahnhof angekommen, entsteigt dieDamedemZug (derGepäckträger istwieder unmittelbar zur Stelle, um denKomfort zu gewährleisten). Sie bleibt schließlich vor einer Plakatwand stehen, wendet sichdemPublikumzuund fordert esauf, einLosderBundesbahnlotterie zu kaufen, umeine „herrlicheFahrt durchunser schönesÖsterreich“ zugewinnen.Die offensichtlicheLaiendarstellerinoutriert inGestusundTonfall, deutet heftig aufdas Plakat der Bundesbahnlotterie. Dieses verspricht eine „Fahrt ins Glück“ um einen Schilling 50Groschen (Lospreis). End- undTitelbild sind identisch (der gezeichnete Zugmit Schienenverlauf), der Schriftzug „Ende“ sowie „EinHans BrücknerWerbe- film“ lassendenReklamestreifen inSpielfilmanmutungausklingen. Glück steht auch im Zentrumdes StreifensMESALLIANCE (A 1933), der für eine Klassenlotteriewirbt. DerVorspann lässt allerdings einennachfolgendenSpielfilm erwarten,daDarsteller,Produktions-,Regie-,Kamera-undTon-Zuständigkeitenex- plizit ausgewiesen werden. Vor allem die prominente Erstgenannte – die damals populäreVolksschauspielerinHansiNiese–unterstreichtdieseAnnahme.727 Die erste totale Einstellung verschafft einen Überblick über den Ort der Hand- lung.DieSzeneriespielt ineinembürgerlichenWohnzimmer. InderMittedesRaums 727 Esdürfte sichbeiMESALLIANCEumeineder letztenDarbietungderbeliebtenVolksschauspiele- rinhandeln.DerStreifen läuft imFrühling 1933 indenösterreichischenKinosan,HansiNiesever- stirbt imApril 1934. 8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 161
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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