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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 186 -
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WiederholtwarbReich fürdenEinsatz vonWerbefilmenundbelegte imRahmenvon Vorführungen, die ermit Vorträgen begleitete, die Qualität der heimischenReklame- undPropaganda-Filmproduktionen.809Ab1933schienerzudemalsAusschussmitglied derFilmsektionderWienerAllgemeinenGewerbegenossenschaftauf.810 RobertReichvertratdie InteressenseinerBranche inverschiedenstenFunktionen: Angesichts derErrichtungder „StaatlichenFilmhauptstelle“ (FHS) stellte er sich einer verbalenAuseinandersetzung,welchedieprivatenFilmerzeuger gegendie staatlichen Behörden führten,und trat unter anderemvehement gegendieBehauptungauf, dass die heimische Filmindustrie nicht in der Lage wäre, Lehrfilme zu produzieren.811 Er setzte sich nachhaltig für eine Filmkontingentierung ein, übernahmwiederholt den Vorsitz bei Lohnverhandlungen der Branche und konnte als Delegierter des Bundes vorteilhafteVereinbarungenmitdendeutschenVerbändenerzielen.812AlsDirektordes ÖLFD führte er etwa 1932 imAuftragdesUnterrichtsministeriumsVerhandlungenmit der deutschen „Ufa-Filmproduktion“hinsichtlich der Verwertung von Lehr- undKul- turfilmen in Österreich. Es kam letztlich zu einem entsprechenden Übereinkommen, wobei Reich sowohl den Verleih der Ufa-Filme als auch einiger „leistungsfähiger SchmalfilmapparatedeutscherProvenienz“übernahm. Inder Folge fasste er denEnt- schluss,selbst indieProduktionvonLehr-undKulturfilmeneinzusteigen.813 ReichsvielfältigeFunktionenundÄmterundderdamitdurchausverbundene Einfluss in der Branche stießen bisweilen aber auch aufWiderstand in den Rei- hen seiner Konkurrenten. So führte eine Reihe von Kurzfilmherstellern 1933 Beschwerde gegen Reichs Exklusivstellung bei der Gesellschaft „Selenophon Licht- und Tonbildgesellschaft m.b.H“ hinsichtlich der Erzeugung von Reklame- filmen.814 Um die Jahreswende 1933/34 warfen zwei Vertreter des Filmbeirats ihrem Kommissionsmitglied Reich vor, sich – über eine falsche Datierung – für 809 Österreichische Film-Zeitung, „Propaganda-Filme“, Nr. 4, 25. Jänner 1930, S. 17 sowie ebd., „DasKinoundderTonfilmimDienstederWerbung“,Nr. 50, 10.Dezember1932,S.4. 810 Österreichische Film-Zeitung, „Filmsektion der Wiener Allgem. Gewerbegenossenschaft“, Nr. 27, 8. Juli 1933, S. 2.ÖStA,AdR,BMHV, 581c,Ktn. 3483, Zl. 99935,Ggstd.:KonstituierendeVer- sammlung der bei der Wiener Allgemeinen Gewerbegenossenschaft inkorporierten Filmerzeuger undVerleiher, 11. Juli 1933. 811 ÖStA, AdR, Staatskanzlei-BKA, alt, Varia, Staatl. Bundes-Film-Hauptstelle, 1919, Ktn. 234, Zl. 809/102, 809/103, 809/106, Ggstd.: Stellungnahme der Privat-Film-Industrie zur staatlichen Film- Hauptstelle, Juni/Juli 1919. 812 Österreichische Film-Zeitung, „Robert Reich, Direktor der Österreichischen Werbefilmgesell- schaft“,Nr.9, 23.Februar 1929,S.66. 813 ÖStA,AVA,BMU,Volksbildung:Film,1932,Ktn.489,Gschz. 1717-II/10b,1932,Ggstd.:Filmabtei- lung; Verhandlungenmit der „Ufa“ (Universum-FilmA.G.)wegen kommissionsweiserÜbernahme ihrerLehrfilmedurchdieFilm-Abt., Jänner 1932. 814 Beschwerdeführer waren hierbei Gustav Mayer, Rudolf Lechner, Wilhelm Hipssich, LotharRübelt,KarlKöfinger,HansBrückner,BrunoLötschundEgonLahousen.Siehedazuauchdas Kapitel „Umbrüche: TechnischeNeuerungen,Monopole,Kontingentierung, staatlicheVorgabenund Abhängigkeiten“. 186 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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