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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 187 -
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zwei seiner Reklamefilme einen Kontingentierungsvorteil verschaffen zuwollen. Reichkonntedieswiderlegen.815 Karl Köfinger versuchte aktiv in möglichst vielen Gremien vertreten zu sein, denen auch Reich angehörte. SeinWunsch, 1936 in den Filmbeirat aufgenommen zuwerden,wurde vorerstmit demHinweis abgewiesen, dassmit Robert Reich oh- nehin schon einer der längstdienendenWerbefilmer im Gremium vertreten sei.816 Noch deutlicher war der Kampf um Positionen in Vertretungsbehörden der Film- branche schon imHerbst des Jahres 1932 wahrzunehmen. Damals wurde der Ent- schluss gefasst, innerhalb der Wiener Allgemeinen Gewerbegenossenschaft eine eigeneFilmsektioneinzurichten.BeiderWahl imNovember 1932gabeseinekleine Mehrheit für eine Liste, anderenSpitzeKommerzialrat Arthur Stern, der Präsident des Bundes der Filmindustriellen, stand. Auf eben dieser fand sich auch Robert Reich. DieseWahl wurde aus formalen Gründen erfolgreich angefochten und be- hördlich annulliert. Im Juli des Jahres 1933 erfolgte eine neuerlicheWahl, wobei eine Liste weiterhin von Stern, die andere allerdings von Karl Köfinger angeführt wurde. Bei dieser neuenAbstimmung gewanndie Liste Sternmit einem erheblich größerenVorsprungalsbeimerstenAntreten.RobertReichwaralsMitgliedder er- folgreichen Gruppierung automatisch als Ausschussmitglied vertreten. Ein viertes Ausschussmandat fiel durchStichwahl schließlichmitGustavMayer an einenVer- treter der vonKarlKöfinger angeführtenGegenliste.817 Spätestens 1936 fandensich aberdieKonkurrentenKöfinger,MayerundReichalsMitglieder ineiner Interessen- gemeinschaftein,dievondenbeidenErstgenannten initiiertwordenwar– im„Ver- bandderKurzfilmhersteller“.818 Bis 1938warRobert Reich einer der bedeutendstenVertreter der österreichischen Filmbranche.Nachdem „Anschluss“ verlor er all seine Funktionenundmusste seine Filmarbeit einstellen. SeineFirmawurdeam12.August 1938ausdemKammerregister gelöscht.819 Der letzte Film seiner Produktion, der noch in denVerleih kam,war der 815 DazuAusführliches imKapitel „Umbrüche: TechnischeNeuerungen,Monopole,Kontingentie- rung,staatlicheVorgabenundAbhängigkeiten“. 816 Siehe dazu nähere Erläuterungen im Kapitel „Verband der Kurzfilmhersteller: Ausschaltung derKonkurrenz,SicherungvonEinflusssphären,Eigenwerbung“. 817 Österreichische Film-Zeitung, „Filmsektion der Wiener Allgem. Gewerbegenossenschaft“, Nr. 27, 8. Juli 1933, S. 2.ÖStA,AdR,BMHV, 581c,Ktn. 3483, Zl. 99935,Ggstd.:KonstituierendeVer- sammlung der bei der Wiener Allgemeinen Gewerbegenossenschaft inkorporierten Filmerzeuger undVerleiher, 11. Juli 1933. 818 Siehedazu:ÖStA,AdR,AuswärtigeAngelegenheiten (AAng.),Abteilung(Abt.), 14,Handelspo- litik, Film- undKinowesen, 1934–1936, Ktn. 265, Grz. 101563/36, Ggstd.: Filmwesen inÖsterreich, Anfragen, 28. April 1936.Reklame-Presse, „Verband der Kurzfilmhersteller. Mitglieder-Verzeichnis “,Nr. 2,September1936,S.7. 819WKO,ArchivWien,Gewerbearchiv, Firma „Robert Reich&Co.Gesellschaft fürKinoindustrie, Filmverleih- und Vertrieb m.b.H.“, Nr. 21242, Gerichtssprengel Wien a31/85a, Firma gelöscht am 12.8.1938,Z. 10758. 8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 187
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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