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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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9 Der„ideale“Werbefilm 9.1 VorführbedingungenundStilfragen ImVerlauf der 1920er- und 1930er-Jahrewurde in den Film-, Kino-, Verkaufs- bzw. MarketingfachblätterneineDiskussionüberden„idealenWerbefilm“geführt.Beson- dersmit demAufkommendes Tonfilms fanddaswerbende Laufbild immer größere Resonanz inder Fachpresse. Reklamefilmproduzenten,WerbefachleuteundKinobe- treiber dachten über Stil, Einsatz und Vorführoptionen dieses neuenWerbemittels nach. Dabei stand die Funktion des Films immerwieder imZentrum:Generell ging mandavon aus, dass der Streifen Teil einer groß angelegtenKampagnewar, in der unterschiedlicheWerbemittel zum Einsatz kamen.868 Der Erstkontakt erfolgte über diePrintmedien.DerReklamefilmhatte– lautVerkaufspraxis– insbesonderedieAuf- gabe,sicheinenMarkenartikelerneut inErinnerungzurufenundeinzuprägen.869 ImKinobereichwaren zudemoftmals kostengünstigere „sprechendeDias“ im Gebrauch.DieProjektionvonLichtbildern,dieoptischeinemPlakatsujet entspra- chen,wurdevon inhaltlichenErläuterungen–etwaperSchallplattenzuspielung– und/oder Musik begleitet.870 Der Werbefachmann Hugo Fleischmann zog allerdings denReklamefilmdemLichtbild eindeutig vor undbegründete dies fol- gendermaßen: „Die Reklamebilder erscheinen nur einige Sekunden auf der Lein- wand und sind daher in denmeisten Fällen unverständlich. [. . .] GrößerenWert hatdas sichbewegendeBild,derWerbefilm,namentlichdann,wennerbelehren- den Inhalts ist, und der Reklametrickfilm, der gewöhnlich aus einer lustigen und spannendenHandlung besteht, während die eigentliche Reklame erst am Schlusse zumVorscheinkommt.“871 VielerleiVorteilewollteman–sowohlseitensderKurzfilmherstelleralsauchsei- tens derWerbefachkräfte– imReklamefilm erkennen. ImKino ergäbe sich eine ex- zeptionelle Situation: Der abgedunkelte Raum verstärke die Konzentration auf die Leinwand, sofern die Verdunkelung während des Werbeblocks auch eingehalten wurde.872 Zudemwärehier „wiekaumanderswodieMöglichkeit gegeben, den Inte- ressenten ineinen [sic!]Augenblickzupacken,woernicht vonanderenEindrücken 868 Verkaufspraxis, „DerWerbefilm imWerbeplan“, Nr. 1, Oktober 1932, S. 32–36.Contact, „Wer- bung durch den Film“, Nr. 12, Dezember 1933, S. 17. Reklame-Presse, „Filmwerbung undWerbe- film“,Nr. 2,September1936,S. 2. 869 Verkaufspraxis,„Filmwerbung imEinzelhandel“,Nr. 10, Juli 1935,S.595. 870 ÖsterreichischeFilm-Zeitung,„Das sprechendeDiapositiv“,Nr. 11, 12.März 1932, S. 5.Kinodias und Reklamefilme wurden meist von einer Verleihfirma parallel vertrieben. Diese Unternehmen hattenoftmals spezielleReklamepachtverträgemitKinobetriebenabgeschlossen.Vgl.: Forster,Ufa undNordmark,S. 27. 871 Fleischmann,Wieerhöhe ich,S.95 f. 872 Vgl. dazudasKapitel„KinotheaterundReklamefilm:KritischeStimmenundLösungsansätze“. OpenAccess.©2019KarinMoser,publiziert vonDeGruyter. DiesesWerk ist lizenziertunterder CreativeCommonsAttribution4.0Lizenz. https://doi.org/10.1515/9783110622300-009
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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