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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Seite - 210 -
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Wirtschaftspropaganda voraussetzen.896 Zudem ließman sichmitunter auf einen direkten Vergleich mit Deutschland ein, denn Österreich sei – so das Fachblatt Österreichische Reklame – „keine Filiale Preußisch-Berlins“.897 „In Deutschland, diesemLanddesherzlosenVerstandes,herrschtdieWerbelogik.Sie istunerbittlich. Undeiskalt.“ InÖsterreichhingegendominieredas„Stilgefühl“, das„unendlichsi- cherer“ sei „als dasBerlins“. PrinzipiellwäredieheimischeReklamevondrei Cha- rakterzügen geprägt: „Stilgefühl, Grazie und Pessimismus“. Letzteren begründete der Autormit dem „benachbarten Slawentum“, das sich durch eine „träumerisch- energieloseFreudeanTrauer“unddurcheineneinwenig„fatalistisch-resignierten Orientalismus“auszeichne.898 Das kulturell mentale Erbe der Monarchie war demMagazin Österreichische Re- klameoffenbareinAnliegen,wobeihiereinenostalgischüberhöhteDarstellungzukon- statieren ist. „Elf Nationen“, die sich einst in Österreich-Ungarn zusammenfanden, hätten demBlatt zufolge ein „überaus reizvolles, liebenswürdiges Ergebnis gezeitigt“, nämlich„dieösterreichischeAbartderdeutschenKultur“.DiesoentstandeneKultursei eine„desVerstehens,derVersöhnlichkeitundderDuldsamkeit“.899„Deutsche,Magya- ren, Kroaten, Slowaken, Slowenen, Tschechen, Polen, Ruthenen, Rumänen, Italiener undLadiner“900hätteneinst„ihreBestenzumMilitär, indenBeamtenstand,alsLehrer, KaufmannoderKünstler indasGebietdesheutigenÖsterreich“entsandt,„sodass sich indengrößtenStädten,voralleminWien,dieverschiedenstenKulturenkreuzten“.901 „DerWiener“wurde dabei in der FachzeitschriftÖsterreichische Reklame nicht seltenmit„demÖsterreicher“902gleichgesetzt.DabeigabmanTipps,diezeigensoll- ten, wie der vermeintlich „konservative, indolente und reklameaufnahmeunfähige“ ÖsterreicheroderWiener„werbepsychologisch“ambestenzuerreichenwäre:903 DerWiener liebtnaturalistischeDarstellungen inbunten, frischen,aberuntereinanderharmo- nierendenFarben. [. . .] Er sieht gernehübscheGestalten, speziell sieht er gernedas Ideal der schönenWienerin, er verpönt aber zu sehr in denVordergrund gerückte Erotik. Herzigmuss dasBildsein,danngeht’sdemWienerzumHerzenundindenSinn. 896 Contact, „Wirtschaftspropaganda“, Nr. 5,Mai 1935, S. 10.Österr. Reklame-Praxis, „DieWiener Messeund ihreWerbung“, Februar/März1936,S.7. 897 ÖsterreichischeReklame,„Stil,GeschmackundRasse“,Nr.5/6,Dezember1927,S.7 f. 898 Ebd. 899 ÖsterreichischeReklame,„ÖsterreichischeReklame“,Nr. 1, 1929,S.7 f. 900 Serben,BosniakenundJudenbleiben inderAufzählungderÖsterreichischenReklameausges- part. Eine Identifizierungmit diesenVolksgruppen passte offensichtlich nicht in das eigene, kon- struierte„Österreich-Verständnis“. 901 ÖsterreichischeReklame,„ÖsterreichischeReklame“,Nr. 1, 1929,S.7 f. 902 Prinzipiell bezogmansich indenArtikelnaufdenmännlichenTeil derBevölkerung. Textele- mente,welchedie„Wienerin“oderdie„Österreicherin“ indenFokusnahmen,konzentrierten sich ausschließlichaufdieweiblicheZielgruppe. 903 Die nachfolgenden Zitate stammen aus: Österreichische Reklame, „Was essen Sie am lieb- sten?“,Nr. 1, 1929,S. 24 f. 210 9 Der„ideale“Werbefilm
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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