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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Schwedenplatz–Stephansplatz–Oper (Linie„II“) sowieBellaria–Stephansplatz–Börse (Linie„–“).976Die imJahr1924neueingeführtenLinienfindensichimFilmwieder. JA, WARUM FAHRNS DENN NET? folgt wie die „Pickerl-Serie“ demPrinzip Exposi- tion–Komplikation–Auflösung–Coda–Folgerung.EingrantelnderWiener läuft verzweifelt und erschöpft durch die Stadt, wird schließlich von einemExekutivbe- amten auf die neuen Buslinien hingewiesen, zögert, wird von einemBusfahrer in das Verkehrsmittelt gelockt, schließlich gezogen. Er erkennt die Bequemlichkeit desGefährts, InformationenüberRoutenundKostenwerdengeliefert. DerAufbau ist demnachmit der Printwerbung ident, in derUmsetzung finden sich jedochUnterschiede. In der Aufkleber-Versionwird auf die grafischeAusfüh- rungmehrWert gelegt, Details werden genauer herausgearbeitet. Der Film, in der von Eng bevorzugten Legetricktechnik,977 setzt auf Bewegung,Wiener Idiom und wehmütig-beißendenHumor,womitdieMöglichkeit geschaffenwird,derFigurdes missmutigenWienersmehrGestaltungsraumzugeben. EinegrobskizzierteSzeneriebietet zuBeginndenHandlungsrahmen.Mitweni- genStrichenistdieSilhouetteeinerStadtangedeutet,derstilisierteTurmimHinter- grund stellt den Stephansdom dar und verortet damit das Geschehen in Wien. Perspektivisch quer läuft eine angedeutete Straße, eine zweite parallel zum hori- zontalen Kader. Die nachfolgend durch das Bild fahrenden Objekte weichen aber mitunter völlig von den vorgegebenen Weg-Linienführungen ab. Ein Radfahrer kommt von der Ferne ins Bild gefahren, geht links ab. Unmittelbar darauf schießt eine Straßenbahnnach rechts ins Bild. Sobald diese aus demBlick fällt, folgt eine weitere Tram von rechts. Neben dem Fahrer finden sich eine Frau mit Kopftuch sowie drei Männer im Zug. Einer der männlichen Passagiere lässt sich aufgrund seinerKopfbedeckungmitHahnenschwanzalsHeimwehrangehörigerausmachen. Nuntrittder stilisierteWienerauf.Erwirkt imVergleichzuseinemPendantauf den Aufklebern etwas jünger und weniger gediegen. Sein zerknautschter Hut ist eines seinerMarkenzeichen. Er ist hell gekleidet, hat diesmal keinen Stock dabei, diekorpulenteFigur,dieGlatzeundderZwirbelbart sind jedochgeblieben.Er– im VergleichzuderStraßenbahnunddenPassagierenüberdimensioniertgezeichnet– springt vom Zug, hält inne und erläutert sein Problem –, nicht wissend, dass es BussezurWeiterfahrt gibt:„Servas, jetzt kann idurchdieganzeStadt–hatschen!“ Nachfolgend wird der Dauerlauf „Quer durch Wien“ (Zwischentitel) visuell de- monstriert. Während der Mann denWeg entlangläuft, verliert er seinen Hut, die Fäustesindgeballt,Anstrengungwirdemonstriert,dasGesichtwirktbisweilenaus- gezehrt (lang gezogen). Dazu kommt der Unmut, das Gefühl, „zu kurz gekommen Grundwar die Schaffung des Dr. Karl-Lueger-Platzes. Vgl.: https://www.wien.gv.at/wiki/index. php?title=Weiskirchnerstra%C3%9Fe,7.Dezember2016. 976 DieBuslinienerhieltendamalsBuchstabenoderSymbolzeichen. 977 ZurLegetricktechniksieheauchdieAusführungenbeimFilmDERSTIEFELPUTZERALSLIEBESAMOR (A1924),Unterkapitel„KarlKöfinger“. 224 9 Der„ideale“Werbefilm
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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