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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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zusein“–undschulddaranhabendieanderen, jene,die sicheineAutomobilfahrt leistenkönnen. InseinerVorstellungkeineEinheimischen, sondernTouristen:„Die Fremden, die können imAuto fahr’n–unseransmuass rennen.“Dieper Legetrick bewegtenGliedmaßenwerden immer schneller, dieArme rudernwild, drehen sich durch,derHut springt (vonhintenkommend) von selbstwieder aufdasHauptdes Wieners, erwirdvondereigenenHastgeradezuüberrolltundformiert sichzueiner Körperkugel,dienundieStraßeentlangkullert. DieSzenerieändert sich: ImHintergrund läuft eineRealfilmaufnahmeeinerbe- lebten Straßenkreuzung (Ringstraße, vermutlich Ecke Parlament). Genau in der Mitte wird das Bild von einer Animation durchtrennt: Ein Polizist steht auf der Straßeund regelt denVerkehr. Er blicktnach links, die „Körperkugel“ rollt auf ihn zu, stößt an ihnan.DerWiener steht aufundblicktdenBeamtendirekt an.DieRe- alfilmszene läuft imHintergrundweiter: regerVerkehr,PassantenkreuzendenWeg und blicken in die Kamera. Die animierten Figuren begrüßen einander und treten in einenDialog ein.Aufgeregtmit denHändenartikulierend, suchtderWiener sei- nenFrust gegenüber den anderen, den „Bessergestellten“, zu argumentieren: „Die Fremden fahrt der Herr Magischdrat in die Autos spaziern und imuaß durch die Stadt rennen wie an Anspannaroß!!!“Der Polizist erwidert ruhig, die linke Hand offen haltend, Entgegenkommen demonstrierend: „Ja, warum nehmens denn net an–Autobus?“ InNahaufnahme-AnmutungwirdnunderKopf desMannes einge- sehen– imHirnhabensichvierAutobusse formiert,die sichdurchseineGedanken bewegen.Ersinniert:„Sowasgibtsbeiuns inWien????“ Wir finden uns nunwieder in der Anfangsszenerie (Stadtsilhouette, Fahrbah- nen). Der Mann hebt seinen Hut beschwingt auf, Letzterer ist nun gespannt und weitweniger zerknittert.DerWienerblicktnach links, scheintmitdemrechtenZei- gefinger zu deuten. Nochmals folgt das Kopfbild in Nahaufnahme, er blickt nach oben, denkt nach. Links oben im Bild erscheinen in Abfolge die Gedankenzeilen: „Soll ich?Soll ichnicht?Soll ich?“Wieder inhalbtotalerPerspektive:EinBus fährt imRückwärtsgangaufdenMannzuundhält.AmoberenTeildesFahrzeuges findet sichdieAufschrift:„WarumdurchdieStadtzuFuss? [sic!]Gibt’sdennkeinenAuto- bus?“DerLenkergehtzumhinterenTeildesBusses,blicktausdemFenster,bedeu- tetdemZögerndenmitdemrechtenZeigefinger, ins Innere zukommenundspricht denängstlichenMann(dasGesichtverzieht sich,derHutbeginnt stellvertretendzu knittern und zu zittern) an: „Freinderl, unsre Autobus san net zumAnschaun da, sondern zum Fahrn!!!“ Er nimmt denWiener bei der Hand und zieht ihn in das Fahrzeug, das sich in demMoment inBewegung setzt. Eine Straßenbahn (mit den Passagieren von zuvor) fährt hinter dem Bus durch das Bild. Das Kraftfahrzeug schießt schließlich indieFernedavon.EinZwischentitel–„S‘geht ja großartig!“– leitet die nächste Szenerie ein. Neuerlich verbinden sich Real- und Trickfilm. Die realenSzenenamRingbildendenHintergrund, imMittelteil ist dieAnimation:Der Wiener blickt aus demRückfenster eines Busses.Wieder findet sich ein erläutern- der SchriftzugamoberenundunterenTeil des Fahrzeugs: „Benützt denAutobus.“ 9.3 Animationskunst 225
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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