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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Der geläuterteWiener blickt freudestrahlendausdemBus, erwinkt, zieht denHut zumGruß. NachknappzweiMinuten folgtnunder informative, erläuterndeTeil desRekla- mestreifens.Parallel zurAufkleber-SeriewerdendieFragen„WofährtderAutobus?“ und„WaskostetderAutobus“erläutert, allerdings–demMediumgeschuldet–aus- führlicherundanschaulicher.Die einzelnenStationen (Stephansplatz,Oper, Schwe- denplatz,Bellaria,Börse,Wollzeile)mit ihrenEinstiegstellenwerdenpräsentiert.Die jeweiligenStraßenszenenvermittelnVerkehrssituationen,StadtbilderundAlltagssze- nerie,wiemansie inden filmischenQuellennur selten findet: teils völligungeregel- tes Verkehrstreiben in der Inneren Stadt, dahineilende Passanten, Pferdefuhrwerke zwischen Automobilen, baulich noch gänzlich anders gestaltete Räume. Etappen- weise erfolgt eine detaillierte Anleitung zur Nutzung der Buslinien. Stationen und LinienbenennungmitWegstrecken (imFilme„Signale“genannt)weisenaufZusteig- möglichkeiten und Routen hin. Der Erwerb von Karten wird demonstriert: Bei der Haltestelle Börsewird von einemFahrgast vor demEinstieg ein Ticket beimChauf- feur erworben.AucheineKartenverkaufsstellebeiderStation „Stephansplatz“ ist zu sehen. Hier wie bei den Endstellen finden sich auch Tafelnmit den jeweiligen Ab- fahrtszeiten. Laut Hinweisschild beginnt der Betrieb um 7 Uhrmorgens, der letzte BusverlässtdieStationum19Uhr. Schließlich wird auch imWerbefilm der „Paradewiener“ zum Informations- lieferanten.WieaufdenKlebern steht er aneinerTafelundweistmit seinerHand auf den erläuterndenText (inKurrentschrift): „Zum (vom)Stephansplatz: 10Gro- schen! Durch die ganze Stadt: 20 Groschen!“Der sich schnell hin undher bewe- gende Kopf der Animationsfigur dreht sich schließlich im Kreis (dreht ‚sich‘ durch) und demonstriert damit neuerlich das preisgünstige Angebot. Der Mund desWiener Prototypenöffnet und schließt sich in rascherAbfolge, vermittelt den Eindruck, alswolle derManndieBotschaft laut verkünden. DerGrantler legt sei- nenMissmutnunvöllig ab, lächelt breit, verschmitzt undsteckt abschließenddie Hand innapoleonischerManier indas Jackett.AndieserStelle,nachvierMinuten undneunSekunden,endetderFilm.DienachkurzerUnterbrechunganschließen- den Szenen,wie sie sich auf der Filmrolle imBestanddes FilmarchivAustria fin- den, zeigen vielartige Aufnahmen von städtischen Bussen, die sich vornehmlich imBereich InnereStadtundRotundebewegen,präsentiereneineRemisederWie- ner StraßenbahnenundBusseund zeigen amEnde einenVerkehrspolizisten, der verschiedenste Signalzeichen mit den Armen vorführt. Die allerletzte Szene de- monstriert gefährlicheAufspringmanöver vonPassanten,wobei einer derMänner unter die Räder des Busses kommt. ZweiMänner eilen zuHilfe. Damit endet die Sequenz.Dieser etwadreiMinutendauerndeTeil dürftemit demWerbefilmnicht direkt inVerbindungstehen.Es scheint sichumeineArtLehr-bzw.Verkehrserzie- hungsfilm zuhandeln, demder Reklamefilm zur Einleitung vorangestellt worden war.Darüber, obdieseFilmteile ineinemZusammenhangmitderEng-Produktion zur„Wiener InternationalenMesse“ 1923stehen–diezahlreichenAufnahmendes 226 9 Der„ideale“Werbefilm
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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