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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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wiederverwertet. In diesen Produktionen finden sich oftmals vielgesuchte Alltags- szenerienoder–bezogenaufdieTourismusfilme–Städte-undLandschaftsaufnah- men, die bei Kultur-, Dokumentar- oder Spielfilmen eine neuerliche Verwertung fanden. Filmmaterial war teuer, in Zeiten des Kriegs und in den Jahren danach Mangelware.1002DieWiederverwertungvonSequenzenausReklamefilmen,dienur flüchtig eingesetzt wurden, lag somit ökonomischen Bestrebungen zugrunde. Bei denKurzfilmherstellern der Periode bis 1938, die parallelWerbe-, Industrie-, Lehr- undKulturfilmeproduziertenunddabei nicht selten auf dasselbeMaterial zurück- griffen,wardiesgangundgäbe. Ohne das Quellenmaterial „Werbefilm“ ist es jedoch oft unmöglich festzustel- len, obFilmtitel, die sich inAkten oder Zeitungen finden, demGenreReklamefilm zuzuordnen sind. Der Titel ZUMMÖRDER GESTEMPELT (A 1920) lässt möglicherweise auf ein Drama, ein Kriminalstück schließen. Erst die Erläuterungen in Paimann’s Filmlisten geben zu erkennen, dass es sich umeinenWerbefilmhandelte: „Humo- reskemit sehr guten, komischenSzenen Josef Königs als Ehemann, der betrunken nach Hause kommt und wegen des festen Schlafes seiner Frau als [sic !] deren Mörder gehalten wird. (Reklamefilm)“1003 Der Film bewarb ein Bett, das einenso tiefenSchlafnachsichzog,dassnichterkennbarwar,obdieGattinschlief oderbereitsentschlafenwar.DerarterklärendesMaterial liegtaber ineinerVielzahl derFällenicht vor.1004Ebenso lässt sichüberdenTitel alleinnicht feststellen,wel- chesProduktbzw.welcheDienstleistungbeworbenwird.Selbstwennaufgrundder AngabederProduktionsfirmaoffensichtlich ist, dass es sichumeinenReklamefilm handelt, lassen Titel wie PUSZTAKLÄNGE (Hersteller: Hans Ludwig Böhm)1005 oder ALLE NEUNE (Hersteller: Adi Mayer’s Filmbüro)1006 viel Raum für Spekulationen. Eine genaue Zuordnung der jeweils werbenden Branche bzw. die Zuordnung zu KonsumgütergruppenistbeieinerVielzahlderFilmedaherunmöglich. Oftmals fehlt inFachzeitungenundAktenmaterialienaber auchderHinweis auf die ausführende Filmproduktion, womit die eindeutige Identifizierung einesWerbe- films als „österreichisch“nichtmöglich ist. Soweisen dieVerzeichnisse desWiener 1002 PeterMayer, der Sohn desWerbefilmers AdolfMayer und über Jahrzehnte Leiter des Fami- lienbetriebs„AdiMayerFilm“,berichtete ineinemGesprächmitderAutorinam23.November2009, dass seinVater auchnachdemZweitenWeltkriegFilmmaterialwiederverwertete– selbst belichte- tesMaterialdurchManipulation. 1003 Paimann’sFilmlisten,Nr. 243,25.November1920,o.S. 1004 Paimann’s Filmlisten erschienen seit 1916, konzentrierten sich allerdings auf das Kino- HauptprogrammundwiesenReklamefilmemehrheitlichnichtaus. 1005 Der Filmwarb für dasWeinhaus Pataky. Siehe dazu auch das Unterkapitel „Hans Ludwig Böhm“. 1006 Der Filmwarb für dieWiener Gaswerke. Siehe dazu auchdasUnterkapitel „GustavMayer / AdolfMayer“. 234 10 Leerstellen
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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