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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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eigenesGremiumerarbeitete imAuftragdes „ÖsterreichischenLichtbild-undFilm- dienstes“ (ÖLFD) des Unterrichtsministeriums sogar Richtlinien für Produktionen, die sowohl der Firmenreklame als auchder Lehre dienen sollten. Dass auf diesem Wegeauch„dieKundenvonmorgen“unauffälligumworbenwerdenkonnten,offe- riertemandenFirmenalsbesonderenBonus.Österreichische,aberauch internatio- naleFabrikantenwarensichderhieroffenbartenWerbeoptionendurchausbewusst und reichten immerwieder Filme zur Approbation als Unterrichts- oder auchKul- turfilme ein, was zudem steuerliche Vorteile mit sich brachte. Hier zeigten sich jedoch oftmals Unvereinbarkeiten, da die Reklameinhalte denGutachtern desUn- terrichtsministeriums in vielen Fällen zu augenscheinlich waren. ImHinblick auf „nationalvolkswirtschaftliche Interessen“warendieSachverständigenaberbeider Anerkennung österreichischer Werbefilme als Lehr- oder Kulturfilme mitunter nachsichtiger. DieReklame-undIndustriewerbefilmehatten–wiedasBeispiel zeigt–nichtnur eine werbende, sondern auch eine belehrend informative Ausrichtung. Tatsächlich lagenGenremischformenmitMehrzweckcharakter vor. Je nach Einsatzwaren diese Produktionen alsWerbe- bzw. Industrie(werbe)film, als Lehr-, Werks-, Image- oder auchKulturfilmzuverstehen.Charakteristisch fürdieseFilmewar,dass sieaufgrund ihrer Vielschichtigkeit gewisse Längen aufwiesen– 15Minuten bis zu einer Stunde Laufzeit warendurchaus üblich. DieKostenfragewar letztlichmit einGrund für die Tendenz,Genremischformenzukonzipieren,die inden1930er-Jahrennochdurchaus üblichwaren.DieOption, einenmehrfachenNutzen ausdiesemWerbemittel zu zie- hen,machtefürvieleBetriebeausökonomischenÜberlegungenSinn. Noch teurerwurdedieFilmproduktionmitdemAufkommendesTonfilms.Eine Kostenerhöhung von etwa 140 Prozent wurde veranschlagt, wobei etwaMusikka- pellen, Komposition, Tontechnik, Material und Leihgebühren für Gerätschaften beimTonpatentinhaber „Selenophon“ einzurechnenwaren. Die somit zunehmend prekäre Situation der Kurzfilmhersteller, die nebenWerbe- auch Industrie-, Lehr- und Kulturfilme produzierten, ließ diese vermehrt gemeinschaftlich agieren. Man wandte sich 1932 gezielt an das Handelsministerium und bot die eigenen Dienste an, um zur Propagierung der heimischen Wirtschaft und des Fremdenverkehrs einen (selbstredend bezahlten) Beitrag zu leisten. Auch die „Selenophon“war an der Herstellung heimischer Propagandafilme interessiert, da sie das Ton-Monopol für die Kurzfilmproduktion inÖsterreich innehatte. Die Regierungsverordnung zur obligatorischen Vorführung von Kurzfilmen im Jahr 1934war letztlich sowohl für dieWerbefilmproduzenten als auch für die „Selenophon“ ein Erfolg.Weitere Vor- teilekonntensichdieVertreterderReklamefilmbranche imBereichderFilmkontin- gentierungverschaffen. 1935 erfolgte schließlichdieGründungdesKurzfilmherstellerverbandes, der es sichzurAufgabemachte,die InteressendieserProduzentengruppewahrzunehmen. ImSinneeines„nationalösterreichischenProtektionismus“–dendieVertreterdie- ses Verbundes gerne ins Spiel brachten – erzielten sie einen Erfolg nach dem 244 11 Schlussbetrachtungen
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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