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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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nicht«98. AufAntrag desDisziplinaranwaltesAdamovichwurdeAdler vonder Lehrtätigkeit suspendiert99undVoruntersuchungen eingeleitet. Adler wies die gemachtenVorwürfe zurück undbemerkte: »Abgesehen davon, dassmir nie- manddieUnklugheiteinersolchenAuesserungdirektgegenüberFunktionären der vaterländischenFront zutrauendurfte,wäremirein solcherVorfall beider Seltenheitmit der ich inden letzten Jahren inmeinerKanzlei tätig bin, unbe- dingterinnerlichgewesen.«100AuchseinKanzleikollege,RudolfWeiss,bestätigte AdlersAussage.SohatRudolfWeisslauteigenerAngabebeieinerSammlungim November 1934 für dasDollfuss-Denkmal eine Spendewegendenwirtschaft- lichenVerhältnissenverweigert.101Wie sichbei denweiterenVoruntersuchun- gen herausstellte, wurde dieser Vorfall Adler angelastet.102Der Disziplinarse- nat103 beschloss imMai 1935 einstimmig, die erste Disziplinaruntersuchung gegen Adler einzustellen.104 In der gleichen Sitzung, jedoch in einer anderen Zusammensetzung (nach dem neuen Disziplinargesetz)105 wurde die zweite Disziplinaruntersuchung verhandelt. Entgegen der Anregung des Disziplinar- anwaltesAdamovich dasVerfahren einzuleiten unddie Suspendierung zu be- stätigen, stimmten alleMitglieder demAntragHupkas zu, die Disziplinarun- tersuchungnicht einzuleitenunddieSuspendierungaufzuheben. 98 Schreiben desDisziplinaranwaltes Adamovich vom25.2. 1935 an denVorsitzenden der Disziplinarkammer,UAW,DisziplinaraktMaxAdler, SonderreiheDisziplinarakten, Senat S. 185.903. 99 DekanMerkl suspendierteAdler vorläufigmit der Begründung, »dass durch Ihre [Anm. Adlers] Belassung imAmte vermöge derNatur des Ihnen zur Last gelegtenDisziplinar- vergehens–einergegenüberFunktionärenderVaterländischenFrontgemachtenAeusse- rung über den ermordeten Bundeskanzler Dr. DOLLFUSS das Ansehen des Amtes ge- fährdetwerdenwürde«.VerfügungMerklsvom5.3.1935,UAW,DisziplinaraktMaxAdler, SonderreiheDisziplinarakten, SenatS. 185.903. 100 ÄußerungAdlersüberreicht am15.3. 1935,UAW,DisziplinaraktMaxAdler, Sonderreihe Disziplinarakten, SenatS. 185.903. 101 ÄußerungWeiss‹überreicht am15.3.1935,UAW,DisziplinaraktMaxAdler, Sonderreihe Disziplinarakten, SenatS. 185.903. 102 Die Hausbesorgerin, Therese Schober, erklärte, RudolfWeiss hätte gesagt, »dass er für diesenZwecknichtshergebe, für jedenanderenZweckseierbereit,eineSpendezugeben«, VernehmungvonFrauSchoberam22.5.1935,UAW,DisziplinaraktMaxAdler,Sonderreihe Disziplinarakten, SenatS. 185.903. 103 Zusammensetzung:GustavWalkeralsVorsitzender,LeopoldKrebs,OskarPisko,Leopold Arzt und Egon Schweidler als Mitglieder sowieWilhelm Neidl und Gustav Lippert als Standesvertreter; LudwigAdamovichalsDisziplinaranwalt. 104 Verhandlungsschrift der Sitzung vom 24.5. 1935, UAW,DisziplinaraktMax Adler, Son- derreiheDisziplinarakten, SenatS. 185.903. 105 GustavWalker als Vorsitzender, Ludwig Adamovich als Disziplinaranwalt, Josef Hupka, LeopoldArzt und Egon Schweidler sowieHans Rupprich als Standesvertreter, Verhand- lungsschrift der Sitzung vom 24.5.1935, UAW, Disziplinarakt Max Adler, Sonderreihe Disziplinarakten, SenatS. 185.903. Disziplinarrecht98
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938