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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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FranzKarlWeinstein:DiePrivatangestelltenbewegung inÖsterreich (1922) AmalieWeiß (verh. Long):Die Frauen in derGewerkschaftsbewegung inÖsterreich (1922) Carla Zaglits: Soziologische Untersuchung über die sittliche Verwahrlosung der weiblichen Jugend(1922) Obwohl dieNovelle von 1926 eine Erweiterung der wirtschaftswissenschaftli- chenVorlesungenundSeminarebrachte,wurdenfortanwenigerentsprechende Dissertationen verfasst. Das lag einerseits daran, dass unter derWirtschafts- wissenschaft keineswegs eine empirisch arbeitende Sozialwissenschaft auf der HöhederZeit, sondernvielmehr eine juristischeHilfswissenschaft verstanden wurde.Man setzte in der Ausbildung der Staatswissenschafter/innen auf Pri- vatwirtschaftslehre(d.h.Buchführung,Betriebswirtschaftslehre,Warenkunde), Versicherungsrecht,ArbeitsrechtundWirtschaftsgeographie.Andererseitsging die Abnahme wirtschaftswissenschaftlicher Dissertationsthemen auf die Ein- führung des Doktorats der Handelswissenschaften an der Hochschule für WelthandelimJuli1930123unddiedadurchhergestellteKonkurrenzsituationfür dasStudiumderStaatswissenschaftenzurück. Ab Ende der 1920er Jahre befassten sich daher die meisten staatswissen- schaftlichenDissertationenmitThemenausdemBereichderGesellschaftslehre – und in ihnen spiegeln, sich die wissenschaftlichen Kontroversen jener Zeit wider. Das Fach Gesellschaftslehre, das sozialwissenschaftlich interessierte Studierende noch am ehestens ansprach, war vonOthmar Spann und seiner neoromantisch-ständischen, geisteswissenschaftlich verstandenen Soziologie geprägtunddominiert.Wer jedochwie zumBeispielHugoHuppert oderPaul Neurath an aktuellen gesellschaftlichen Zusammenhängen interessiert war, diese sogar empirisch erforschenwollte, fand dazu an der Universität nur in ausgewählten Seminaren einiger fortschrittlicher, dem austroliberalen bis au- stromarxistischenLager zuzurechnenderLehrender (Adler,Kelsen,Mises etc.) Unterstützung,musste sichdasmeiste jedochaußeruniversitär aneignen. Daher finden sich kaum gesellschaftswissenschaftliche Dissertationen, die empirischerhobeneDatenverarbeiteten;dienochbestenAbhandlungensetzten sich deshalbmit (denMethoden) der Soziologie aus theoretischer Sicht aus- einander,unter ihnen: RichardAnfried:LehrmeinungenüberGegenstandundMethodederSoziologie(1928) MariaBrandner:DieUmweltlehre, soziologischundsozialpolitischbetrachtet (1928) DusanDungierski:Die soziologischenGrundlagendesLiberalismus (1928) 123 Vgl.BGBl234/1930. DasStudiumderStaatswissenschaften222
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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