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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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weiltenundeine»eliteofyoungscholars«darstellten(u.a.ErichHula,LeoGross undJosephH.Fürth),weiterhinzuunterstützen,waseine»capitalizationof the very largesumswehave investedintheir formation«203wäre.Gleichwohlwurde der Förderantrag aufgrund der politischen InstabilitätÖsterreichs im Jänner 1934vonderTagesordnungderRockefellerFoundationgenommenundauchin den darauffolgenden, austrofaschistischen Jahren die Wiederaufnahme des Wiener Antrags abgelehnt. Die Rockefeller Foundationwandte sich nunmehr der Unterstützung vertriebener österreichischerWissenschafter/innen in den USA zu; die innovativen Sozial- und Politikwissenschafter/innen hatten das Land verlassen, statt eines Viennese Institute of Social Sciences etablierte Österreichauf JahrehinausdiegeistigeProvinz. 5. EineWissenschaft geht insExil –undbleibtdort ObwohldiedemokratischenJahrederErstenRepublikdie(bisheute)kreativste und innovativste Zeit der österreichischen Sozial- und Politikwissenschaft ausmachen, waren ihre Vertreter/innen (universitär) nicht hinreichend eta- bliert, umeine eigenständige und vor allemnachhaltige Schule begründen zu können. Denn sie waren dem aufklärerisch-liberalen bis austromarxistischen Lager zuzuordnen.AufgrundderBerufungspolitik, dienachdemAusscheiden derSozialdemokratieausderRegierungskoalitionmehrdennjekonservativund auchexplizitantimarxistisch, letztlichebensoantisemitischgeprägtwar,hatten siewegen ihres »falschen«weltanschaulichenund»rassischen«Hintergrundes jedochkeineChancenaufeineuniversitäreKarriere.Mit ihnenverlorauchdas Doktoratsstudium der Staatswissenschaften die Aussicht, sich zu einer kriti- schenGesellschaftswissenschaft zu entwickeln: »Die Revolution von 1918 hat dieUniversitätenkaumgestreift;wehedenMarxisten,Liberalen, Juden«204. DieSozial-unddamitletztlicheineeigenständigePolitikwissenschaftwurden vonBeginn an ins extramurale Exil vertrieben; die analytische Anerkennung eines solchen extramuralen,Wiener Exils relativiert die seit Jahrzehnten um- strittene Frage, ob derNazismus die Sozialwissenschaften inÖsterreich (und Deutschland) zumStillstand gebracht habe.DenndieVertreibung fand schon viel früher, in den frühen 1920er Jahren statt. Sie bestand in der Exilierung jeglicherempiriegeleiteter,kritischerunddamitschließlichdemokratisierender Sozialwissenschaften. Wurden allerdings in den 1920er Jahren viele sozialwissenschaftlich arbei- 203 JohnVan Sickle an Syndor H.Walker, 1. 12. 1933 (zit.n. Fleck, Transatlantische Berei- cherungen176). 204 Huppert,DieangelehnteTür 505. DasStudiumderStaatswissenschaften248
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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