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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Habilitationsschrift verfasste Wenger zum römischen Zivilprozessrecht. 1925 erschien sein Lehrbuch »Institutionen des römischen Zivilprozeßrechts«, das ins ItalienischeundEnglischeübersetztwurde. In seinenSchriften zumrömi- schenZivilprozessentfernteersichvielfachvonWlassaksThesen,inseiner1926 erschienenen Abhandlung »Prätor und Formel« musste er »über wichtige PunktemitdemWienerAltmeister [Anm.Wlassak]polemisieren«.87 Wengerbeschäftigte sichbereits vonBeginn seinerwissenschaftlichenKar- riere anmit der Papyrusforschung: So hielt er Anfang 1902 einenVortrag im Grazer Juristenverein zu »PapyrusforschungundRechtswissenschaft«. Die im Laufe seinesLebensunzähligendazuveröffentlichtenSchriftendokumentieren seine intensivenForschungenaufdiesemGebiet:ErwähntseiendieEditionder byzantinischen Papyri (gemeinsammit August Heisenberg),88 oder auch die Gründung und Herausgabe der »Münchener Beiträge zur Papyrusforschung undantikenRechtsgeschichte«. InseinerAntrittsvorlesung inWien1904unter demTitel »RömischeundantikeRechtsgeschichte«vertrat erdieAnsicht, dass das römische Recht nicht isoliert von den Entwicklungen in den antiken Nachbarstaaten untersucht werden dürfe. Er postulierte für eine umfassende Forschung zur antiken Rechtsgeschichtemit der Berücksichtigung von bspw. ägyptischen und ptolemäischen Urkunden. Seine Forderung »das römische Recht hinauszuheben über die Schranken, die es räumlich und zeitlich um- schlossen«,89 stießenauf eingewaltiges, teils sehrkritischesEcho.90Sein letztes großesWerk,«Die Quellen des römischen Rechts« erschien 1953 und gibt in umfassenderWeise – allein der Umfang von knapp 1000 Seiten lässt darauf schließen–»überdieGrundfragenderRechtsgeschichteder altenVölkerAuf- schlußundunterrichtetüber die Erkenntnisquellen dieser Rechte«,91 es bleibt somit ganz im Sinne seiner »antiken Rechtsgeschichte«. Kaser sah in diesem Werk die »wissenschaftliche Persönlichkeit«Wengers gespiegelt: »die histori- sche Schau, die das Recht als Phänomen derGesamtkultur beurteilt, der uni- versalgeschichtlicheWeitblick, die erstaunliche Fülle desWissens und ein bis zumäußerstengetriebenesStrebennachGenauigkeitundVollständigkeit.«92 Wenger war wohl einer der international renommiertestenWiener Hoch- schullehrer. Von seinen verschiedenen Auszeichnungen seien hier die sechs Ehrendoktorate (München, Graz, Harvard, Athen und Wien) und die Mit- gliedschaftenanverschiedeneneuropäischenAkademienderWissenschaftenzu erwähnen: Sowareru.a. korrespondierendesMitgliedderAkademiederWis- 87 Kreller,NachrufWenger328. 88 Heisenberg/Wenger, ByzantinischePapyri. 89 Wenger,RömischeundantikeRechtsgeschichte31. 90 Kreller,NachrufWenger324;Kaser, LeopoldWenger†XXIf. 91 Kreller, LeopoldWenger41. 92 Kaser, LeopoldWenger†XXVI. Die rechtshistorischenFächer276
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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