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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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der ihn bei seinerHabilitationsschrift unterstützt hatte, unbeliebt. So schrieb Stutz imMärz1916anHansLietzmann,derLedersWerk fürdieZeitschrift für Rechtsgeschichte rezensieren sollte: »Ich findeLeder tut der feinenStudie von Hankiewicz sehrUnrechtundverdunkeltmit seinermystisch-scholastisch-so- ziologischen Betrachtungsweise nur die Frage.«452 Auch Lietzmann war von LedersThesennicht angetan, erbezeichneteLedersBuchals »unergiebig«und kritisierte Leders »polemischen Ton«.453 Leders letztes Werk, »in dem er im ZusammenhangmitallgemeinenFragenderRechtslehredieSelbständigkeitdes Kirchenrechtes nachzuweisen suchte«, blieb unvollendet.454Als Personwurde Lederals »verschlossene, in sichgekehrteNatur«beschrieben: »Wieereinsam durchs Leben ging – er blieb unvermählt –, ging er auch einsam durch die Wissenschaft«.455 Leder starb am 4.August 1930 »an den Folgen einer Blind- darmentzündung«.456 d) Julius (von)Bombiero (Ritter vonKremenac´)457 Julius Bombiero kam am 21. Januar 1887 in Rom [Roma/It] als Sohn eines österreichischenDiplomaten,derderBotschaft inRomzugeteiltwar, zurWelt. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien, unter anderem Kirchenrecht bei Köstler undHussarekmit besonderem Interesse am Staats- kirchenrecht.Am24.Februar1911promovierteerundtratanschließendindie Gerichtspraxisein. 1914machteBombieroeinenStudienurlaubbeiUlrichStutz inBonnundverfassteaufdessenAnregungzwei»AbhandlungenzurGeschichte der katholischenKlerikerbesoldung insbesondere inÖsterreich«458–einePio- nierarbeit auf diesem Gebiet.459 Aufgrund dieser Werke beabsichtigte sich Bombierozuhabilitieren, einUnterfangen,das sichals schwieriggestaltete. So erinnerte sich Köstler, der Betreuer Bombieros, 1948: »Die Habilitation war äusserst schwach. […]DasKolloquiumwar sehr schwach.Beimirnochgenü- BeitraguntersuchtedieEchtheitdergriechischundlateinischüberliefertenBeschlüsseder Synode von 313. Zwar gingen beideWissenschaftler von deren Echtheit aus, doch be- haupteteLeder imGegensatzzuHankiewicz,dassessichbeider lateinischenFassungum dasOriginalundbeidergriechischenumdieÜbersetzunghandelt. 452 Aland,GlanzundNiedergangderdeutschenUniversität 371. 453 Lietzmann, Leder,P.,AchtVorträgeüberdasältesteSynodalrecht427. 454 Stutz,NachrufLeder723. 455 Köstler,NachrufLeder29. 456 Stutz,NachrufLeder723. 457 Vgl. Schima, Flüchtling–Mitläufer–Überzeugungstäter? 125–129; Grass, Julius von Bombiero-Kremenac´ 508 f.; Schartner, Staatsrechtler 156–163. 458 Schima,Flüchtling–Mitläufer–Überzeugungstäter?126,beidenAbhandlungenhandeltes sichum:Bombiero-Kremenac´, Geschichte undRecht der »portio congrua«mit beson- dererBerücksichtigungÖsterreichs; Bombiero-Kremenac´, DieEntwicklungder staatli- chenKongruagesetzgebung inÖsterreich. 459 Grass, JuliusvonBombiero-Kremenac´ 508. Kirchenrecht 333
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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