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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Ebenfalls bei seinerHabilitation stellte er herrschendeAnsichten in Fragemit seinerTheorie,»alleArtenderVertragsverletzungnuralsBegehungsformendes Erfüllungsverzuges aufzufassen. Er [sah] in der sog. ›positivenVertragsverlet- zung‹ keine dritte, zu ›Unmöglichkeit‹ und ›Verzug‹ hinzutretende Form der Schuldverletzung,sonderneineNichterfüllungvonNebenpflichten.«113Weiteres beschäftigteersichmitder»AnalysedesBegriffesderRechtswidrigkeit«114und verfassteBeiträgefürdiverseGesetzeskommentare–sowohlzivilrechtlichenals auch handelsrechtlichen Inhaltes.115 Besonders erwähnen Pisko und Löbl Schlesingers Einfluss auf die »Frage, ob nach österreichischemRecht dasAn- erkenntnis einen selbständigen vomBestande des anerkanntenGrundverhält- nisses unabhängigen Verpflichtungsgrund bildet«.116 Schlesinger löste dieses Problemdahin, »daßderTatbestanddesGrundverhältnisses sich insoweit ver- wirklicht habenmüsse, daß seine vollständigeVerwirklichungbeiAbgabeder AnerkennungserklärungvondenParteientrotzbestehenderZweifel zumindest alsmöglichangesehenwerdenkonnte.«117 Rudolf Löbl beschreibt Schlesinger in seinemNachruf als äußerst vielseitig interessiertenMenschen,derdie»schöneLiteratur«genossunddieMusikund Natur liebte. »In den letzten Jahren verstärkte sich seineHinneigung zur Phi- losophieundwennihneinerseitsvorallemHusserlsErkenntnistheorieanzog,so warder für seineWeltanschauungrichtungsgebendePhilosophSchopenhauer; er, der – ein gütiger und aufopferungsvoller Freund – im Freundeskreisemit seinembeiallergeistigenBedeutungkindlichenWesenvonheitererGemütsart erscheinen mochte, war seiner philosophischen Ueberzeugung nach Pessi- mist.«118 Schlesinger wohnte nach demTode seiner Eltern zuletzt bei seinem OnkelEmilPostelberg.Erunternahmregelmäßig »schwierigeHochtouren,die eralsseineinzigesVergnügenzubezeichnenpflegte.«119Am17.August1928war SchlesingermitseinemTourenkollegen,demRechtsanwaltGeorgKlappholz, in dieEngadinerBergezurPiz-Kesch-Touraufgebrochen.ZweiTagespäterwurden beide Bergsteiger tot aufgefunden: »Sie hatten allem Anschein nach die Ke- schnadel erstiegen undwollten über den Grat nach der Keschspitze hinüber, wobeisichaufdemGratdasUnglückereignete.Siestürztenetwa200Meter tief abundbliebenzerschmettert, abernochangeseilt, liegen.«120 113 WernerOgris, SchlesingerWilhelm, in:ÖBLX(Wien1992)201. 114 Löbl,Dr.WilhelmSchlesinger427; Schlesinger,Rechtswidrigkeit. 115 Klang,Kommentar zumABGB;Pisko,Kommentar zumAHGB. 116 Pisko,WilhelmSchlesinger34. 117 Löbl,Dr.WilhelmSchlesinger427. 118 Löbl,Dr.WilhelmSchlesinger427. 119 NeueFreiePressevom20.8. 1928,Nr.22964, S. 4. 120 WienerZeitungvom21.8. 1928,Nr.192, S. 3. Die judiziellenFächer364
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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