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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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meistern. Am20.März 1893 konnten drei Regierungsvorlagen, betreffend ein »Gesetzüber dieAusübungderGerichtsbarkeit unddie Zuständigkeit der or- dentlichenGerichteinbürgerlichenRechtssachen«,dieJurisdiktionsnorm(JN), fernerein»GesetzüberdasgerichtlicheVerfahren inbürgerlichenRechtsstrei- tigkeiten«, die Zivilprozessordnung (ZPO), sowie ein »Gesetzüber das Execu- tions- undSicherungsverfahren«, die Exektionsordnung (EO), imAbgeordne- tenhaus eingebrachtwerden.277NachparlamentarischerBeratung erhieltendie JN und die ZPO am 1.August 1895, die EO am 27.Mai 1896 die kaiserliche Sanktion;FranzKlein,derseit1891denTiteleinesao.ProfessorsderUniversität Wien trug,wurdeder »Titel undCharakter eines Sektionschefs« verliehen. In- undausländischeEhrungen folgten. SeitBeginndes Jahres1905warKleinprovisorischerLeiterdes Justizminis- teriums; am2. Juni 1906wurdeer zumk.k. Justizminister ernanntundbehielt diese Position bis zur Demission des Kabinetts Beck am 15.November 1908. EinezweiteAmtszeitalsJustizministerdauertenursiebenWochen(31.Oktober bis20.Dezember1916).Schonseit1905Herrenhausmitglied,gehörteerdortder sog. Mittelpartei an,278 welche jedoch keine Partei im modernenWortsinne darstellte.ErstnachAusrufungderRepublikgelangesGustavStolper,Kleinzur Mitwirkung inder von ihmgegründetenBürgerlich-demokratischenPartei zu überreden; seine Kandidatur für die Konstituierende Nationalversammlung scheitertean80 fehlendenStimmen.279EineNähezudenSozialdemokratenist– ungeachtet der sozialreformerischenAnsätze inKleins legislativer Tätigkeit – nichtbekannt;eswarwohleherKleinsbekanntesEintretenfürdenAnschlussan Deutschland,dasStaatssekretärOttoBauerdazubewog,KleinzumLeitereiner eigenenAbteilungimAußenamtzuernennen,diedieFriedensverhandlungenin St. Germain vorbereiten sollte. Es war auch vorgesehen, dass Klein die öster- reichischeDelegationanführensollte.Als jedochklarwurde,dassdieAlliierten den Anschluss verbieten würden, wurde Staatskanzler Renner diese Aufgabe zuteilundKleinindiezweiteReihegedrängt;eineZurücksetzung,dieernichtzu verwindenvermochte. AnderUniversitätWienhieltKlein schonseit 1918keineLehrveranstaltun- genmehr.NachdemeinersterSchlaganfall1923seineSprechfähigkeitdauerhaft beeinträchtigt hatte, starb er drei Jahre später, an den Folgen eines zweiten Schlaganfalles, am6.April 1926. 277 687, 688und689BlgAH11.Sess. 278 Sprung, Lebensweg38. 279 Fellner, FranzKleinalsPolitiker185 f. Die judiziellenFächer398
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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