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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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jetzigen politischen Umständen […] für eine Ehrenpflicht […], für den zwangspensioniertenösterreichischenKollegeneinzutreten«.459DieLehrkanzel nachdemvertriebenenJamesGoldschmidtwar freiundsowurdeGleispach im Dezember 1933 zumProfessor – da er die österreichische Staatsbürgerschaft nicht verlierenwollte, allerdings nur zumHonorarprofessor – ernannt.460 Im September1934wurdeerzumplanmäßigenProfessor,461 imMaidesFolgejahres zumDekanernannt.462Von1934bis 1936warGleispachFührerderDozenten- schaft anderBerlinerUniversität.463 Im»KabinettRintelen«, das die national- sozialistischen »Juli-Putschisten« nach einem erfolgreichen Umsturz anstelle des Kabinett Dollfuß installiert hätten, war Gleispach als Unterrichtsminister vorgesehen. Das Scheitern des Putsches vom25. Juli 1934 verhinderte jedoch GleispachsRückkehrnachÖsterreich.464 Gleispachs Einsatz für die »Säuberung« der Universitäten setzt sich im DeutschenReichfort.AlsDekanderBerliner Juristenfakultät schickter imMai 1935eineEingabeandasReichsministeriummitderForderungErnstRabelund MartinWolffals»Nichtarier«vonderUniversitätzuentfernen.465Gleispachwar maßgeblich ander SchaffungdesNS-Kriegsstrafrechts beteiligt.466Erbliebbis zuseinerEmeritierung1942anderUniversität inBerlin,kehrte1943nachWien zurück,woeram12.März1944aneinemSchlaganfall starb. d) FerdinandKadecˇka Ferdinand Kadecˇka kam als Sohn des gleichnamigen Versicherungsbeamten und dessen Frau Leopoldine, geborene H‚ k, einer »Ziehtochter des Wiener BürgermeistersDr.Zelinka«467,am16. Juli1874inWienzurWelt.Erabsolvierte das Schottengymnasium und machte die Maturitätsprüfung 1892 mit Aus- zeichnung– gemeinsammit seinemspäterenKollegen ander Fakultät Robert Bartsch,468mit dem ihn auch eine freundschaftliche Bande und gemeinsame Kammermusikabende verbanden. Entgegen seinem ursprünglichenWunsch, 459 SchreibenderFakultätandasKultusministeriumvom27.11.1933,ArchivderHumboldt- Universität zuBerlin, Jur. Fak.Nr.498, fol. 113. 460 Lösch,DernackteGeist 191Fn.317. 461 SchreibendesKultusministersvom22.9.1934,ArchivderHumboldt-UniversitätzuBerlin, Jur. Fak.P-2 (510),Prof.Dr.Grafv.Gleispach,UINr9196.1. 462 Ernennung zum Dekan der Juristischen Fakultät, Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin, Jur. Fak.P-2 (510),Prof.Dr.Graf v.Gleispach,WIbNr.1119. 463 Lösch,DernackteGeist 256. 464 TheTimesvom2.8. 1934Nr.46822, 10. 465 SchreibenGleispachsvom28.5. 1935,TA,TP-015496. 466 Vgl. dazuRabofsky/Oberkofler,VerborgeneWurzelnderNS-Justiz. 467 Kadecˇka, Selbstdarstellung 105; Andreas Zelinka (23. 2. 1802–21.11. 1868) war 1861– 1868Bürgermeister vonWien. 468 Jahresberichtdesk.k.Ober-GymnasiumszudenSchotten inWien1893, 61. Die judiziellenFächer432
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938